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Fachartikel für Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat

Finanzkennzahlen für die Abschlussanalyse von Prof. Dr. Eberhard Scheffler

 

Bei der dem Aufsichtsrat obliegenden Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses leisten Kennzahlen wertvolle Hilfe bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des Unternehmens oder Konzerns. Die wichtigsten Kennzahlen werden angesprochen und deren Nützlichkeit für die Analyse des Einzel- und Konzernabschlusses untersucht.

I. Zweck der Kennzahlenanalyse

 

Mithilfe von Finanzkennzahlen werden betriebswirtschaftliche Zusammenhänge in komprimierter Form dargestellt, um die Aktivitäten und Zielsetzungen der Unternehmen zu beleuchten und durch zeitliche oder Branchen-Vergleiche in ihrer Entwicklung zu beurteilen. Besondere Beachtung verdienen Kennzahlen, die branchen- oder unternehmensspezifisch die für den Unternehmenserfolg kritischen Relationen aufzeigen. Die aus dem Jahres- oder Konzernabschluss des Unternehmens abgeleiteten Finanzkennzahlen dienen nicht nur zur Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens und deren Entwicklung (Bilanz- und Finanzanalyse), sondern auch zur Unternehmenssteuerung und -überwachung, als Kriterien zur Kreditsicherung sowie als Maßstäbe für variable Vergütungen von Unternehmensangehörigen. Ihre Aussagekraft ist naturgemäß durch folgende Faktoren eingeschränkt:

 

  • Die Bilanz ist eine Momentaufnahme zum Bilanzstichtag. Die Durchschnittsbestände können vom Stichtagsausweis erheblich abweichen.
  • Die in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Beträge hängen von den angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen (HGB oder IFRS) ab. Die unterschiedliche Ausübung von Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechten beeinträchtigt die Vergleichbarkeit der Kennzahlen.
  • Bei den Zahlen des Jahres- oder Konzernabschlusses handelt es sich um vergangenheitsbezogene Daten.
  • Die Komponenten der Finanzkennzahlen sind inhaltlich nicht einheitlich definiert.

 

II. Gegenstand der Kennzahlenanalyse

 

Im Mittelpunkt der Kennzahlenanalyse durch den Aufsichtsrat stehen folgende Zielsetzungen und Absicherungen des Unternehmens:

1. Sicherstellung der Zahlungsbereitschaft (Liquidität) durch nachhaltige, zeitgerechte Erzielung von Zahlungsüberschüssen und Sicherung ausreichender Finanzressourcen. Kennzahlen: z.B. Cashflow, Kapitalstruktur, Finanzierungsregeln.

2. Nachhaltiger Erfolg und angemessene Rendite des Unternehmens, vor allem durch marktgängige Produkte, qualifizierte Mitarbeiter und wirtschaftliche Produktion. Kennzahlen: z.B. Auftragsbestand, Exportquote, Ergebnisstruktur, Umsatz- und Kapitalrentabilität, Forschungsintensität.

3. Wirtschaftlichkeit und Effizienz der betrieblichen Leistungserstellung, d.h. möglichst geringer Mitteleinsatz und angemessene technische und personelle Ausstattung. Kennzahlen: z.B. Umschlagshäufigkeit und Laufzeiten, Ergebnis- und Kostenstruktur, Material- oder Personalintensität.

4. Optimale Finanzierung, d.h. ausreichendes Eigenkapital und abgesicherte Fremdfinanzierung zu marktüblichen Kosten. Kennzahlen: z.B. Kapitalstruktur, Verschuldungsgrad, Finanzierungsregeln.

5. Flexibilität und Unabhängigkeit des Unternehmens, insbesondere bei Veränderungen des Marktes oder Konjunkturschwankungen. Kennzahlen: z.B. Anlagenintensität, EK-Quote, Gesamtkapitalrentabilität. 6. Erhaltung und marktkonforme Steigerung des Unternehmenswerts.

Kennzahlen: z.B. EVA (Economic Value Added). Die nachfolgend dargestellten Kennzahlen lassen sich entsprechend den besonderen Gegebenheiten des Unternehmens leicht modifizieren oder ergänzen. So kann beispielsweise die „Anlagenintensität“ nach Sachanlagen und immateriellen Anlagewerten unterteilt oder durch die gleich aufgebaute Kennzahl „Vorratsintensität“ ergänzt werden.

Erfolgskennzahlen

1. Umsatzbezogene Kennzahlen

Für Unternehmen mit Auftragsfertigung und für viele Dienstleistungsunternehmen ist der Auftragsbestand ein Indikator für die künftige Auslastung des Unternehmens

 

Auftragsbestand    

x 12 Monate
Umsatz    

Die Exportquote verdeutlicht die Abhängigkeit von Exportmärkten, kann aber auch auf auszubauende Exportchancen hinweisen.

 

Auslandsumsatz    

x 100 Prozent
Gesamtumsatz    

Die Rohertragsmarge, auch Bruttogewinnspanne oder Handelsspanne genannt, gibt den Prozentsatz der Umsatzerlöse an, der nach Verrechnung der Umsatzkosten zur Abdeckung der übrigen betrieblichen Aufwendungen zur Verfügung steht.

 

Rohertrag    

x 100 Prozent
Umsatz    

Die Kennzahl spielt insbesondere für Handelsunternehmen eine wichtige Rolle. Sie ist ein Handlungsparameter für mögliche Preissenkungen, wenn der Wettbewerb, eine zu hohe Lagerhaltung, Modeänderungen oder saisonale Einflüsse dies erfordern. Die unternehmenseigene Forschung und Entwicklung (FuE) ist für die künftige Entwicklung von Unternehmen immer wichtiger geworden. Im Branchenvergleich bietet sie Anhaltspunkte für die Wettbewerbsfähigkeit. Die FuE-Kostenquote zeigt den Anteil des Umsatzes, der in Forschung und Entwicklung investiert wird.

 

Forschungs- und Entwicklungskosten    

x 100 Prozent
Umsatz    

Als Forschung gilt die eigenständige und planmäßige Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen. Forschungsaufwendungen dürfen nicht aktiviert werden. Entwicklung ist die Anwendung von Forschungsergebnissen, um neue oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu erreichen. Entwicklungsaufwendungen können, nach den IFRS müssen sie unter bestimmten Voraussetzungen aktiviert werden

 

2. Aufwandsstruktur

Die Kennzahlen Material- und Personalintensität zeigen den Anteil der Material- bzw. Personalaufwendungen an den betrieblichen Gesamtaufwendungen. In gleicher Weise lässt sich die für manche Unternehmen relevante Abschreibungs- oder Zinsintensität ermitteln. Eine hohe Materialintensität kann eine hohe Abhängigkeit von Lieferanten oder auch von bestimmten Rohstoffen bedeuten. Sie kann auch Ausdruck eines hohen Materialschwunds sein, zum Beispiel durch schlechte Lagerverwaltung oder durch unproduktiven Materialeinsatz.

 

Materialaufwendungen    

x 100 Prozent
Betrieblicher Gesamtaufwand  

 

Personalkennzahlen (Personalintensität und Umsatz je Mitarbeiter) heben die Bedeutung des Personaleinsatzes für die betriebliche Leistungserstellung hervor und sind Hinweise für die Produktivität der Beschäftigten sowie die Wirtschaftlichkeit des Personaleinsatzes.

 

Personalaufwendungen    

x 100 Prozent
Betrieblicher Gesamtaufwand    

 

Umsatz

Zahl der Vollzeitmitarbeiter

 

3. Rendite

Setzt man das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT= Earnings Before Interest and Taxes) ins Verhältnis zum Umsatz, ergibt sich der Prozentsatz des Umsatzes, der nach Abzug aller betrieblichen (Netto-)Aufwendungen als Periodenergebnis verbleibt. Die Umsatzrendite kann Spielräume für Preisnachlässe oder Zwänge zur Kostenreduzierung aufzeigen.

 

EBIT    

x 100 Prozent
Umsatz    

Die Kapitalrendite kann für das Gesamtkapital (Bilanzsumme) oder für das Eigenkapital bestimmt werden. Bei der Gesamtkapitalrendite vor Steuern wird von dem Gewinn vor Steuern und Zinsen ausgegangen, weil die Fremdkapitalzinsen im Gegensatz zur Verzinsung des Eigenkapitals steuerlich abzugsfähig sind.

 

EBIT    

x 100 Prozent
Gesamtkapital    

Die Eigenkapitalrentabilität stellt das versteuerte Jahresergebnis in Relation zum Eigenkapital.

 

Jahresergebnis    

x 100 Prozent
Eigenkapital    

Um die Verzinsung für die Aktionäre oder Gesellschafter eines Mutterunternehmens aufzuzeigen, ist vom Konzernergebnis und vom Eigenkapital des Konzerns ohne Anteile anderer Gesellschafter auszugehen.

 

Konzernergebnis    

x 100 Prozent
EK d. Anteilseigner d. Mutterunternehmens    

 

 

IV. Vermögensstruktur/Mittelbindung

1. Anlagenintensität

Die Anlagenintensität beschreibt, in welchem Umfang das Vermögen des Unternehmens langfristig gebunden ist.

 

Anlagevermögen    

x 100 Prozent
Gesamtvermögen    

Das Ergebnis anlagenintensiver Unternehmen wird durch vergleichsweise hohe Abschreibungen und Kapitalkosten belastet. Eine besondere Würdigung verdient im Hinblick auf ihre Werthaltigkeit die „Intensität“ der aktivierten immateriellen Vermögenswerte, wie Geschäfts- oder Firmenwert und Entwicklungsprojekte. Die Abschreibungsquote stellt eine Maßgröße für die Bindungsdauer des (Sach-)Anlagevermögens dar. Dabei werden die jährlichen planmäßigen Abschreibungen den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten laut Anlagenspiegel gegenübergestellt.

 

Abschreibungen auf Sachanlagen

Sachanlagen zu AK oder HK

 

 

2. Umschlagshäufigkeiten und Laufzeiten

Wegen der Kapitalkosten und der Bestandsrisiken wird eine hohe Umschlagshäufigkeit und damit eine kurzfristige Mittelbindung generell positiv beurteilt. Als Working Capital fasst man das (betriebliche) Umlaufvermögen abzüglich der sog. Geschäftsschulden (insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) zusammen. Seine Umschlagshäufigkeit ist stark branchenbedingt.

 

Umsatz

Working Capital

Die Laufzeit der Debitoren gibt an, nach wie vielen Tagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beglichen werden (= Zielinanspruchnahme der Kunden). Lange Zahlungsfristen bergen die Gefahr von Zahlungsausfällen.

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen    

x 365
Umsatz    

Die Kreditoreninanspruchnahme drückt die Zielinanspruchnahme des Unternehmens gegenüber seinen Lieferanten in Tagen aus. Bei verhältnismäßig langer Zielinanspruchnahme ist zu prüfen, ob nicht durch eine kurzfristigere Zahlungsweise und die Inanspruchnahme von Skonto Kapitalkosten gespart werden können. Bei langer Zielinanspruchnahme ist außerdem zu befürchten, dass die Lieferanten in ihre Preise eine „Zitterprämie“ für mögliche Zahlungsausfälle einkalkulieren.

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen    

x 365
Umsatzkosten    

 

 

3. Liquiditätsgrade

Liquiditätsgrade drücken aus, in welchem Umfang die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch kurzfristiges Vermögen gedeckt sind. Man unterscheidet drei Liquiditätsgrade. Der Liquiditätsgrad 1 erfasst nur die flüssigen Mittel.

 

Flüssige Mittel    

x 100 Prozent
Kurzfristige Verbindlichkeiten    

Werden den flüssigen Mitteln die kurzfristigen Forderungen hinzugerechnet, erhält man die Liquidität 2. Grades. Diese Kennzahl wird im angloamerikanischen Bereich häufig als „Quick Ratio“ oder „Acid Test“ zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens verwendet. Die Quick Ratio soll mindestens 100 Prozent betragen.

 

Flüssige Mittel + kurzfr. Forderungen    

x 100 Prozent
Kurzfristige Verbindlichkeiten    

Rechnet man zu den flüssigen Mitteln und den kurzfristigen Forderungen das Vorratsvermögen hinzu, spricht man von der Liquidität 3. Grades. Ihr liegt die Überlegung zugrunde, dass das kurzfristige Vermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten decken soll.

 

Fl. Mittel + kurzfr. Ford. + Vorratsvermögen    

x 100 Prozent
Kurzfristige Verbindlichkeiten    

Für die Liquidität i.S.v. Zahlungsfähigkeit sind die künftigen Zahlungsüberschüsse von ausschlaggebender Bedeutung.

 

V. Kapitalstruktur und Cashflow

1. Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur wird vom Charakter des Kapitals (Eigen- oder Fremdkapital) und der Dauer seiner Verfügbarkeit bestimmt. Je höher der Eigenkapitalanteil ist, desto besser werden finanzielle Stabilität, Kreditwürdigkeit und Bonität des Unternehmens beurteilt. Auf der anderen Seite ist zu bedenken, dass das Eigenkapital i.d.R. teurer ist als das Fremdkapital, weil die Eigenkapitalgeber wegen ihrer Haftung und Erfolgsrisiken eine höhere Verzinsung erwarten.

 

Eigenkapital    

x 100 Prozent
Gesamtkapital    

Aus der Bilanzstruktur werden folgende Finanzierungsregeln abgeleitet, die als Indiz für eine „gesunde“ Finanzstruktur gelten. Ihre Einhaltung bietet jedoch keine absolute Sicherheit dafür, dass das Unternehmen in Zukunft in der Lage sein wird, allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und darüber hinaus die zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft notwendigen Investitionen zu finanzieren. Wird in größerem Umfang und dauerhaft gegen die Regeln verstoßen, kann es zu Finanzierungsengpässen kommen. Die Goldene Bilanzregel verlangt, dass langfristig gebundenes Vermögen durch langfristiges Kapital gedeckt ist.

 

Anlagevermögen

Eigenkapital + langfr. Fremdkapital

Die Regel lässt sich dahin gehend erweitern, dass auch das langfristig gebundene Umlaufvermögen langfristig finanziert sein muss, z.B. der zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft notwendige Mindestbestand an Working Capital. Die Goldene Finanzierungsregel besagt, dass sich die Fristen von Mittelbindung und Verfügbarkeit der Finanzmittel entsprechen sollen.

 

    Anlagevermögen
I.  
    Eigenkapital + langfr. Fremdkapital

 

    Anlagevermögen
II.  
    Eigenkapital + langfr. Fremdkapital

Zur Beurteilung der Verschuldung des Unternehmens lässt sich die sog. Tilgungsfähigkeit ermitteln. Sie lässt sich einmal dadurch ausdrücken, in welchem Umfang die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Zahlungseingängen der bestehenden kurzfristigen Forderungen getilgt werden können.

 

Kurzfristige Forderungen    

x 100 Prozent
Kurzfristige Verbindlichkeiten    

Die zweite Form zeigt an, inwieweit die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem operativen Ergebnis getilgt werden können.

 

Gewinn von Zinsen u. Steuern (EBIT)    

x 100 Prozent
Kurzfristige Verbindlichkeiten    

Die Kennzahl wird als Indikation für die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aus dem operativen Geschäft angesehen. In die Beurteilung sind die vorhandenen flüssigen Mittel mit einzubeziehen. Die Tilgungsfähigkeit sollte im Zusammenhang mit der Umschlagshäufigkeit der Debitoren und Kreditoren gewürdigt werden. Eine geringe Tilgungsrate kann ein erster Hinweis für Kreditgeber sein, dass die kurz- und langfristigen Schulden nicht voll oder nicht rechtzeitig bedient werden können.

 

2. Cashflow

Mit Cashflow bezeichnet man die Ein- und Auszahlungsüberschüsse einer Periode. Sie werden in der Kapitalflussrechnung nach den drei Hauptquellen zusammengefasst, nämlich Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist ein guter Indikator für die Ertrags- und Finanzkraft des Unternehmens, weil er an Zahlungsvorgänge anknüpft und nicht durch Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze oder durch bilanzpolitische Maßnahmen beeinflusst wird. Er ist auch geeignet, um die Angemessenheit der Verschuldung des Unternehmens zu würdigen. Die Relation von Cashflow und Nettoverschuldung des Unternehmens (Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel) gibt an, wie schnell die Nettoverschuldung aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf null zurückgeführt werden könnte (Dynamischer Verschuldungsgrad).

 

Nettoverschuldung

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

 

VI. Wirtschaftlicher Wertzuwachs

Die Leistung des Managements bzw. die Ertragskraft des Unternehmens lässt sich an der erzielten Überrendite im Vergleich zu den gewichteten Kapitalkosten ablesen. Ein wirtschaftlicher Wertzuwachs (EVA) ist dann eingetreten, wenn die Rendite des eingesetzten Kapitals (RoI = Return on Investment) größer ist als der gewogene Kapitalkostensatz (WACC = Weighted Average Cost of Capital).

EVA = (ROI – WACC) × investiertes Kapital

 

VII. Ergebnis je Aktie

Für den Kapitalmarkt ist die Kennzahl „Ergebnis je Aktie“ (Earning per Share, EPS) interessant. Sie ist für die IFRSRechnungslegung standardmäßig festgelegt. Danach wird das Ergebnis je Stammaktie ermittelt. Etwaige Vorzugsaktien bleiben außer Ansatz, sodass Vorzugsdividenden vom Jahresergebnis zu kürzen sind. Beim Konzern ist von den Stammaktionären des Mutterunternehmens und dem ihnen zuzurechnenden Konzernergebnis auszugehen. Es wird zwischen dem unverwässerten und dem verwässerten Ergebnis je Aktie unterschieden. Beim unverwässerten Ergebnis je Aktie wird das Konzernergebnis der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der Stammaktien gegenübergestellt, die während der Rechnungsperiode im Umlauf gewesen sind.

 

Konzernergebnis - Vorzugsdividenden

ø Anzahl Stammaktien

Das verwässerte Ergebnis je Aktie schließt auch potenzielle Stammaktien ein, die sich aus Aktienoptionen oder aus der Umwandlung von Wandelanleihen ergeben. Dabei ist das um Vorzugsdividenden (VD) gekürzte Konzernergebnis (KE) um die Nach-Steuer-Aufwendungen für die potenziellen Stammaktien zu erhöhen, z.B. Nach-Steuer-Beträge der Zinsaufwendungen für Wandelanleihen.

 

KE - VD + Zinsaufwend. f. potenz. Stammaktien

ø Anzahl ausstehender u. potenz. Stammaktien

 

 

Quellen

Prof. Dr. Eberhard Scheffler, Wirtschaftsprüfer, Hamburg.