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Fachartikel zum Thema Psychische Belastungen

Begeisterung statt Burnout - Dr. med. Michael Spitzbart

„Power your life” – mit diesem Konzept bringt der auf Stressbewältigung spezialisierte Mediziner Dr. Michael Spitzbart seine Seminarbesucher in Bestform. Vor allem in Managerkreisen erzielt er damit großen Erfolg.

Redaktion:
Dr. Spitzbart, beruflichem Stress sind wir fast alle ausgesetzt. Wie kommt es, dass manche Beschäftigte damit besser umgehen können als andere?

Dr. Michael Spitzbart: 
Wer aus der Freude heraus arbeitet, der empfindet seine Tätigkeit nicht wirklich als Arbeit. Wer aber aus der Not heraus arbeitet, nur weil er seine Rechnungen bezahlen muss, der wird viel eher unter der Bürde seiner Tätigkeit ächzen. Voraussetzung ist also, dass die Arbeit Spaß macht! Überforderung ist genau so schlimm wie Unterforderung. Ebenfalls muss die Entlohnung stimmen, auch das ist eine Form der Wertschätzung für die Mitarbeiter. Wer als Unternehmer mit Peanuts bezahlt, der darf sich nicht wundern, wenn er von lauter Schimpansen umgeben ist.

Redaktion: 
Und was empfehlen Sie gegen Lärm, Termindruck, Ärger im Büro?

Dr. Michael Spitzbart: 
Wer einen effektiven Ausgleich hat, dem macht auch Lärm und Termindruck wenig aus. Wenn aber die Nerven erst einmal blank liegen, dann nagt der Stress an der Substanz. Darum muss jeder genau darauf achten, wo er Energie verliert, und wo neue Kraft gewonnen wird. Pflege ich meine Hobbys, meine Freundschaften ausreichend? Steht genügend Bewegung auf meinem Programm? Stimmt meine Work- Life-Balance? Ein täglicher leichter Dauerlauf ist ein effektiver Stresskiller.

Redaktion: 
Stichwort Lebensqualität. In Ihrem Buch „Leben Sie Ihr Glück“ stellen Sie die These auf, dass man Glück lernen kann. Ist es wirklich so einfach?

Dr. Michael Spitzbart: 
Jeder Mensch sollte glücklich sein, das ist unser Geburtsrecht. 52 % der Deutschen sind aber laut einer Umfrage mit ihrem Leben unzufrieden. Wenn man weiterhin das tut, was man zuvor getan hat, wird man auch weiterhin das bekommen, was man vorher bekommen hat. Glück setzt darum manchmal eine Veränderung, immer aber eigenes Handeln voraus. Veränderungen sind aber nicht des Deutschen Lieblingsbeschäftigung. Lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück, so lautet viel zu oft die Devise. „Glück ist immer die Folge einer Tätigkeit“, das wussten schon die alten Griechen. Umgekehrt sagte Thomas von Aquin: „Trägheit macht traurig“. Beschäftigen Sie sich mit sich selbst! Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben! Diesen gesunden Egoismus haben manche Menschen verlernt. Erst einmal muss es Ihnen gut gehen – erst dann werden Sie wertvoll für andere, ganz egal ob für die Familie, für Ihr Privatleben oder Ihren Beruf

Zur Person

Dr. med. Michael Spitzbart

Jahrgang 1957, ist Vater von vier Kindern und leitet im bayerischen Lauf die „erste Praxis für Gesunde“. Mit seinen Seminaren zum Thema Stressbewältigung im Management wurde er überregional bekannt. www.spitzbart.com