Neue Seminarthemen 2019

Das ifb bietet Ihnen mit neuen Seminarthemen eine optimale Ergänzung und ein fundiertes Wissen für Ihre Betriebsratsarbeit.

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E-Learning

Mit den E-Learning-Alternativen des ifb können Sie Ihrem Anspruch auf Weiterbildung nachkommen, auch wenn der Besuch eines unserer Präsenzseminare Ihnen einmal nicht möglich ist.

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Aktuelle Tagesseminare

Tagesseminare werden hauptsächlich zu sehr aktuellen Themen angeboten. Hier können Sie sich als Betriebsrat oder Interessenvertreter schnell und einfach auf dem Laufenden halten und bekommen ein kompaktes Update für Ihre Betriebsratsarbeit.

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Last-Minute Seminare

Flexibel sein lohnt sich! Immer wieder bieten wir ausgewählte Seminare für Betriebsräte und Interessenvertreter zum Last-Minute Angebot an, vor allem einige Wochen vor Seminarbeginn.

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Kostenlose Starterpakete

Unser Ziel ist es, Betriebsräte stärker und wirksamer zu machen. Dafür haben wir kostenlose „Starterpakete“ für verschiedene Seminare entwickelt, die Sie bei Ihrer BR-Arbeit nicht nur inhaltlich sondern auch praktisch unterstützen.

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Mit dem ifb an die Uni

Für Ihre berufliche und persönliche Zukunft: Das Seminar-Highlight in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Unser Dank für Ihr Engagement!

Ebenso wie Betriebsräte setzen Sie sich als ehrenamtlicher Richter für eine gerechtere Arbeitswelt ein. Knapp 30 Jahre Schulungserfahrung nutzen wir jetzt auch, um Sie bei diesem Ehrenamt aktiv zu unterstützen.

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Fachartikel zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz

Licht und Schatten

Wer die Arbeitsbedingungen in Europa vergleicht, stellt schnell fest, dass Licht und Schatten eng beieinander liegen. Dr. Willy Buschak berichtet über die Ergebnisse einer Umfrage in 31 Ländern.

Alle fünf Jahre führt die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen eine repräsentative Umfrage unter den Arbeitnehmern Europas zu ihren Arbeitsbedingungen durch. Sie ist eine einzigartige Quelle zur Entwicklung von Arbeitsorganisation, Arbeitsschutz, Qualität der Arbeit, kurz allem, was mit Arbeitsbedingungen zu tun hat. Die jüngste Erhebung fand Ende 2005 in 31 Ländern statt: den 27 Mitgliedstaaten der EU, plus Türkei, Kroatien, Norwegen und der Schweiz.

Auswertung zeigt große Unterschiede

Die Auswertung zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer in Griechenland, Polen, Lettland und Slowenien geben an, dass ihre Arbeit schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Am Besten stehen die Niederlande, Deutschland und Großbritannien da. Nur ein Viertel der Arbeitnehmer, in Großbritannien sogar nur 21 %, klagen über gesundheitsschädliche Auswirkungen der Arbeit. Erfreulicherweise haben sich die Werte gebessert. Die EU-Richtlinien zum Arbeitsschutz haben sich positiv ausgewirkt.

Über die Hälfte der griechischen, aber nur knapp 12 % der dänischen und österreichischen (und immerhin 14,5 % der deutschen) Arbeitnehmer haben wegen ihrer Arbeitszeit Schwierigkeiten, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Je länger und unregelmäßiger die Arbeitszeit ist, desto höher ist die Unzufriedenheit. Regelmäßige Arbeitszeiten sind für die meisten Arbeitnehmer das beste Mittel, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Ständig wiederholte Bewegungen und Arbeit bei schmerzhaften oder anstrengenden und ermüdenden Körperhaltungen sind die am häufigsten genannten Risiken, von denen bis zu 50 % der Arbeitnehmer in der EU betroffen ist (Deutschland: 41 %). Psychische Risiken dürfen nicht vernachlässigt werden: 5 % der europäischen Arbeitnehmer (Deutschland: 7 %) sind Opfer von Mobbing oder Belästigung.

Regelmäßige Arbeitszeiten überwiegen

Seit 1991 geht die Arbeitszeit spürbar zurück – die Arbeitsintensität nimmt dafür deutlich zu, was eine der Ursachen für mehr Stress ist. Bei der Arbeitszeit gibt es große Unterschiede, die einem klaren geographischen Muster folgen. Länder mit längeren Arbeitszeiten befinden sich in Ost- und Südeuropa, Länder mit kürzeren Arbeitszeiten in Mittel- und Nordeuropa (Großbritannien und Irland eingeschlossen). In Nordeuropa kann ungefähr die Hälfte der Arbeitnehmer aufgrund tarifvertraglicher oder gesetzlicher Regelungen direkt die Organisation der Arbeitszeit beeinflussen (Dänemark: fast 60 %, in Deutschland immerhin noch 40 %), in Süd- und Osteuropa nur 25 %. Am erstaunlichsten ist, wie regelmäßig sich die Arbeitszeit in fast allen Ländern über die Wochentage verteilt.

Die große Mehrheit der Beschäftigten arbeitet fünf Tage und um die 40 Stunden in der Woche. Im europäischen Durchschnitt arbeiten 55 % der Beschäftigten die gleiche Anzahl von Stunden jeden Tag, 70 % die gleiche Anzahl von Tagen pro Woche. Einen Trend zur 24-Stunden-Gesellschaft und zur Arbeit rund um die Uhr lässt sich nicht feststellen. Nur 14 % der Arbeitnehmer arbeiten im europäischen Durchschnitt länger als 48 Stunden. Lange Arbeitszeiten sind typisch für die Landwirtschaft und für Arbeitnehmer im Handel, im Hotel- und Gaststätten- sowie Baugewerbe.

Frauen arbeiten am längsten

Wenn man von Arbeitszeit redet, dann meistens von der Arbeitszeit im Hauptberuf. Damit ist das Bild aber alles andere als vollständig. Die Anzahl der Arbeitnehmer mit einem Nebenjob ist nicht groß, aber deswegen noch lange nicht vernachlässigenswert. Es können – wie in Norwegen – bis zu 10 % der Beschäftigten sein. Arbeitnehmer verbringen einige Zeit auf dem Weg zur Arbeit, durchschnittlich 40 Minuten. Und vor allem: Sie verbringen viel Zeit mit unbezahlter Arbeit im Haushalt, bei der Beaufsichtigung von Kindern sowie der Pflege von Erwachsenen.

Betrachtet man die zusammengesetzte Arbeitszeit der Beschäftigten, dann springt der große Unterschied zwischen Frauen und Männern unmittelbar ins Auge.

Frauen arbeiten in allen Ländern länger als Männer. Selbst Teilzeit arbeitende Frauen haben einen längeren Arbeitstag als männliche Vollzeitbeschäftigte, wenn man die zusammengesetzte Arbeitszeit nimmt. Um allen Missverständnissen vorzubeugen: unbezahlte Arbeitszeit bedeutet Arbeitszeit für Haushalt und in der Pflege von Kindern oder Erwachsenen, nicht Freizeit oder ehrenamtliche Tätigkeit. Das Schaubild zeigt das gleiche für Deutschland, das unterhalb des EU-Durchschnitts liegt.

Mehr Frauen sind Vorgesetzte – von Frauen

Die Umfrage zeigt einen langsamen aber stetigen Anstieg an Frauen in Vorgesetztenfunktionen, von 20 % in 1995 auf 25 % in 2005. Wieder sind die Unterschiede zwischen den Ländern sehr groß. Der höchste Anteil von Frauen in leitenden Funktionen findet sich in Nord- und Osteuropa. In Finnland und Estland haben fast 40 % der Arbeitnehmer eine Frau als Chef; in Litauen, Großbritannien, Slowenien, Schweden, Norwegen, Lettland, Ungarn und Irland noch zwischen 30 und 35 %. Deutschland (18 %) dagegen bildet mit Italien und Zypern das Schlusslicht. Freuen kann man sich über das Ergebnis auch dann nicht, wenn man die europäischen Schlusslichter ausklammert. Denn Frauen sind vor allem Vorgesetzte von Frauen. Weniger als 10 % der Männer haben einen weiblichen Boss, während 47 % der Frauen eine Frau als Chef haben. Das liegt daran, dass Frauen immer noch vor allem in zwei Branchen anzutreffen sind: Handel sowie Gesundheit und Erziehung. Auch die Benachteiligung von Frauen bei der Entlohnung besteht nach wie vor. In den 25 Mitgliedstaaten der „alten“ EU (ohne Rumänien und Bulgarien) finden sich 50 % der Frauen, aber nur 20 % der Männer im unteren Drittel der Einkommensskala des jeweiligen Landes wieder, während Männer im oberen Drittel überrepräsentiert sind. Dass Frauen mehr Teilzeit arbeiten, ist keine hinreichende Erklärung hierfür.

Mängel beim lebenslangen Lernen

Erstaunlich gering ist die Verbreitung betrieblicher Fortbildung. Im europäischen Durchschnitt haben nur 30 % der Arbeitnehmer im letzten Jahr an einer vom Arbeitgeber organisierten Fortbildungsmaßnahme teilgenommen (45 % in Norwegen und der Schweiz, über 40 % in Großbritannien und Irland, unter 30 % in Deutschland). Besorgniserregend ist, dass betriebliche Fortbildung vorzugsweise den ohnehin schon gut Ausgebildeten und Inhabern von unbefristeten Arbeitsverträgen zugute kommt. Beschäftigte mit befristeten und Zeitarbeitsverträgen hinken deutlich hinterher.

Ausblick

Wer die Qualität der Arbeit verbessern will muss zuerst wissen, wie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union aussehen. Die Umfrage der Europäischen Stiftung ist ein einzigartiges Instrument, mit dem man erfahren kann, wie Arbeinehmer ihre Arbeitsbedingungen beurteilen. Die meisten Arbeitnehmer sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. Sie berichten aber auch, dass die Arbeitsintensität ständig zunimmt, weil immer mehr Arbeitnehmer in direktem Kontakt mit den Kunden sind.

Quelle

Willy Buschak

ist Direktor der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin

www.eurofound.europa.eu