Facebook Pixel

Für alle ehrenamtlichen Richter — unser Gratis-Seminar als Dank für Ihr Engagement!

Mehr Sicherheit für Ihre nächste Verhandlung

Als ehrenamtlicher Arbeitsrichter haben Sie, anders als Betriebsratsmitglieder, keinen Schulungsanspruch. Diese Lücke möchten wir schließen. Ebenso wie Betriebsräte setzen Sie sich als ehrenamtlicher Arbeitsrichter für eine gerechtere Arbeitswelt ein. Dabei unterstützen wir Sie mit unserem Gratis-Seminar gerne!

 

Zu den Terminen

Nutzen Sie als ehrenamtlicher Richter die Gelegenheit

sich schnell und kompakt alles nötige Wissen für Ihre Aufgabe anzueignen

einem hauptamtlichen Richterkollegen all die Fragen zu stellen, für die in der echten Verhandlung noch keine Zeit war

sich mit anderen ehrenamtlichen Richtern auszutauschen und zu vernetzen

Weitere Information zum kostenlosen Tagesseminar

Das ifb möchte für Ihr Engagement Danke sagen und übernimmt deshalb für Sie die Seminargebühren und die Tagungspauschale. Lediglich Ihre Reise- und etwaige Übernachtungskosten tragen Sie selbst. Dies gilt nur für ehrenamtliche RichterInnen am Arbeitsgericht. Damit wir Ihre Anmeldung bearbeiten können, bitten wir Sie daher um eine Kopie Ihrer Ernennungsurkunde oder eines anderen Schreibens, aus dem hervorgeht, dass Sie dieses Ehrenamt übernommen haben.

 

Unsere Teilnehmerstimmen

Maria H., ehrenamtliche Richterin, zum Seminar 2019 in München

„Hier erfahre ich Interna, die ich in der Form nicht an anderer Stelle bekommen würde. Man wird zwar vom Arbeitsrichter eingeführt aber die Fragen zu Fristen und zur Dauer einzelner Verfahren habe ich heute detaillierter erfahren.“


 

Winfried U., ehrenamtlicher Richter, zum Seminar 2019 in München

„Die objektive Einschätzung von Gerichtsurteilen aus der Sicht eines guten Arbeitsrichters als Referent hat mich sehr interessiert. Meine Erwartungen haben sich genau erfüllt. Seit 11 Jahren bin ich dabei und habe von dem Seminar sehr profitiert.“

 


 

Thomas Z., ehrenamtlicher Richter, zum Seminar 2019 in München

„Die zwei wichtigsten Bestandteile des Seminars sind für mich das Netzwerken mit anderen ehrenamtlichen Richtern und zu lernen, gerecht zu urteilen. Mit dem Know-how kann ich meine Nervosität beim Einsatz in den Griff bekommen.“


 

Interview mit Joachim Vetter

Joachim Vetter - Präsident am Landesarbeitsgericht Nürnberg und Vorsitzender des Verbandes der Arbeitsrichter

Welche Funktion/Rolle haben ehrenamtliche Richter an den Arbeitsgerichten?

Die ehrenamtlichen Richter tragen mit ihren praktischen Erfahrungen wesentlich zur Akzeptanz der arbeitsgerichtlichen Entscheidungen bei. Im Unterschied etwa zu Schöffen bei den Amts- und Landgerichten sind die ehrenamtlichen Richter - sei es als Personalleiter oder Geschäftsführer, sei es als Betriebsratsvorsitzender oder Gewerkschaftsvertreter - selbst fast durchweg mit vielen Problemen in den Betrieben befasst. Häufig können sie sowohl dem Berufsrichter als auch den Prozessbeteiligten berichten, wie praktische Lösungen in ihren Betrieben aussehen. Sie helfen mit, Vergleichsvorschläge des Gerichts wie auch Entscheidungen lebensnah und verständlich zu gestalten.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen Richtern in der Praxis aus?

Natürlich können ehrenamtliche Richter nicht - wie die hierin geschulten Berufsrichter - tagelang die Verhandlungen durch intensives Aktenstudium vorbereiten. Sie erhalten daher in der Regel vor Beginn der Verhandlung eine Einführung durch den Berufsrichter. In dieser Einführung wird der Sachverhalt dargestellt, werden praktische und juristische Fragestellungen des Falles andiskutiert. Idealerweise wird der Sachverhalt in der mündlichen Verhandlung mit den Parteien und ihren Rechtsanwälten nochmals in den wesentlichen Grundzügen besprochen, um Fragen zu klären und Missverständnisse zu beseitigen. Die ehrenamtlichen Richter können in Absprache mit den richterlichen Vorsitzenden ebenfalls Fragen stellen. Die Entscheidungen trifft die "Kammer", also Berufsrichter und die beiden ehrenamtlichen Richter, jeweils mit Mehrheit.

 

Wie fallen solche Entscheidungen aus?

In der Regel werden die Entscheidungen einvernehmlich getroffen. Erfahrungsgemäß nehmen die ehrenamtlichen Richter ihre Rolle als neutrale Richter sehr ernst. Sie wissen, dass sie nicht als Vertreter des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers auf der Richterbank sitzen, sondern als neutrale Richter. In Ausnahmefällen kann eine Entscheidung auch gegen die Stimme eines Richters mit 2:1 ausfallen. Es kommt - ebenfalls sehr selten - sogar vor, dass die beiden ehrenamtlichen Richter den Berufsrichter überstimmen. Im Extremfall muss dieser dann ein Urteil begründen, welches er so nicht erlassen hätte. Wegen des richterlichen Beratungsgeheimnisses darf der Berufsrichter dies aber nicht außen kundtun.

 

Was möchten Sie Ihren ehrenamtlichen Kollegen mit auf den Weg geben?

Gerade in den arbeitsgerichtlichen Prozessen sind die ehrenamtlichen Richter auch für die Berufsrichter eine ganz wichtige Hilfe. Sie helfen dem Berufsrichter schon, den Fall verständlich zusammenzufassen. Sie bringen Gesichtspunkte in die Beratung ein, die dem Berufsrichter, der den Fall im Wesentlichen aus den schriftlichen Akten kennt, nicht aufgefallen sind. Man hört häufig von Anwälten, dass sich die Verhandlungsatmosphäre bei den Arbeitsgerichten positiv von anderen Gerichtsbarkeiten unterscheidet. Dies liegt nicht zuletzt an den ehrenamtlichen Richtern mit ihrer praktischen Herangehensweise. Ich selbst empfinde die ehrenamtlichen Richter als äußerst wertvolle Mitstreiter, um gerechte und verständliche Lösungen der Prozesse herbeizuführen.

 

Warum ist es notwendig, dass auch ehrenamtliche Richter rechtlich geschult werden?

Schulungen sind für die ehrenamtlichen Richter einerseits wichtig, um neue Entscheidungen kennenzulernen und damit "auf der Höhe der Zeit" zu sein. Gewisse Rechtskenntnisse sind auch nötig, um beim Berufsrichter nachfragen zu können, ob es nicht Möglichkeiten gibt, ein als unbefriedigend empfundenes Ergebnis zu vermeiden. Wichtig ist auch, dass die ehrenamtlichen Richter in prozessualen Fragen ausgebildet sind. Oft genügt es, dass sie den Berufsrichter bitten, die Parteien auf weitere Punkte hinzuweisen, weitere Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Oder dass sie eine Beweisaufnahme anregen. Gerade in der Art und Weise der Prozessführung - weniger im rechtlichen Ergebnis - besteht ein gewisser Ermessensspielraum. Den zu kennen hilft in der Beratung mit dem Berufsrichter.