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Bilanzierungsspielräume

Rechtsquellen

Für die Bilanzierungsspielräume gibt es verschiedene Rechtsgrundlagen. Diese sind im Handelsrecht (HGB), als auch im Steuerrecht (EStG) und in den internationalen Rechnungs-legungsstandards (z.B. IFRS) zu finden sein.

Begriff

Bilanzierungsspielräume bezeichnen die Möglichkeit des Unternehmers, unterschiedliche Ansätze in der Bilanz zu verfolgen.

Die Erstellung der Bilanz unterliegt teilweise großer Bilanzierungsspielräume. Dazu gehören beispielsweise Bewertungswahlrechte und Bilanzierungswahlrechte.

Strebt das Unternehmen einen niedrigen Bilanzgewinn an, wird es auf Aktivierungswahlrechte verzichten und Passivierungswahlrechte wahrnehmen. Das führt dazu, dass das Vermögen niedriger und die Verbindlichkeiten höher ausgewiesen werden.

Bei den Bilanzierungswahlrechten seien insbesondere die Aktivierungswahlrechte angeführt, beispielsweise der Ansatz von latenten Steuern (§ 248 Abs. 2 S. 1 HGB). So können selbst geschaffene, immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens als Aktivposten in die Bilanz aufgenommen werden, müssen aber nicht. Ein Aktivierungswahlrecht besteht auch für geringwertige Wirtschaftsgüter. Sie müssen nicht in der Bilanz ausgewiesen werden, sondern können alternativ im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden, was zu einem geringeren Gewinn führt.

Auf der Passivseite der Bilanz gibt es ebenfalls Wahlrechte, die sog. „Passivierungswahlrechte“. Ein Passivierungswahlrecht gibt es beispielsweise bei Pensionsrückstellungen vor dem 01.01.1987. Nach § 28 EGHGB steht es dem Unternehmen frei Pensionsrückstellungen in der Bilanz anzugeben, deren Ansprüche vor dem 01.01.1987 erworben worden sind.