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Bilanzpolitik

Rechtsquellen

Die rechtlichen Grundlagen der Bilanzpolitik finden sich im Handelsgesetzbuch (HGB), in den Steuergesetzen, sowie in internationalen Rechnungslegungsvorschriften (z.B. IFRS).

Begriff

Unter Bilanzpolitik versteht man die Beeinflussung der Werte des Jahresabschlusses im legalen Rahmen. Dieser Rahmen ist durch die Bestimmungen der Handels- und Steuergesetze, sowie der internationalen Rechnungslegungsstandards vorgegeben.

Mit der Bilanzpolitik soll bei dem Unternehmen außenstehenden Lesern des Jahresabschlusses ein bestimmtes Bild über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens vermittelt werden.

In wirtschaftlich guten Jahren soll der  Jahresüberschuss meist reduziert werden. Die Substanz des Unternehmens soll erhalten und vermehrt werden. Hinter der Absicht eines möglichst niedrigen Jahresüberschusses kann außerdem der Plan stecken, dass Vorstände bzw. Geschäfts­führer bei Gewerkschaften und Betriebsräten keine „Begehrlichkeiten“ wecken sollen.

Dagegen soll in wirtschaftlich schlechten Jahren meist eine Verbesserung in der Bilanzerfolgen, damit der nach außen zu tragende, schmale Gewinn bzw. Verlust nicht so extrem erscheint. Auch kann es Absicht sein, Fehlentwicklungen im Unternehmen zu verschleiern. Meist wird in solchen Phasen beabsichtigt die Aktionäre bzw. Gesellschafter nicht zu verunsichern.

Gerade in nicht familiengeführten Unternehmen ist es verbreitet eine sog. „Gewinnglättung“ vorzunehmen, weil in sog. „Publikumsgesellschaften“ die Vorstände bzw. Geschäftsführer besonderen Rechtfertigungs- und Ergebnisdruck gegenüber den Aktionären bzw. Gesellschaftern verspüren.

Als bilanzpolitische Maßnahmen sind Ansatz- und Bewertungswahlrechte, Ermessens­spiel­räume, Sachverhaltsgestaltungen, sowie Ausweis- und Erläuterungswahlrechte denkbar.