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Internationale Rechnungslegung

Rechtsquellen

Die Internationale Rechnungslegung ist in Form von IAS (International Accounting Standards) vom International Accounting Standards Committee festgelegt.

Begriff

Mit IFRS sind international gültige Finanzberichtsstandards gemeint. Mit ihrer Hilfe können Jahresabschlüsse erstellt werden.

Die ‚International Financial Reporting Standards‘ (IFRS) sind Leitlinien zur Erstellung von Jahresabschlüssen. Sie sind verbindlich für Unternehmen, insbesondere Konzerne, deren Aktien an internationalen Börsen gehandelt werden. Sie werden im Rahmen des International Accounting Standards Committee erarbeitet und in der EU von der Kommission per Verordnung für verbindlich erklärt.

Eine Reihe von Unterschieden zum deutschen Bilanzrecht  ist von erheblicher Bedeutung:
Für die Erarbeitung der IFRS ist angelsächsisches Rechtsdenken – das sog. ‚case law‘ – bestimmend. Das hat zur Folge, dass die in ihnen definierten Grundsätze in Form von Regeln einzelner Teilaufgaben, z.B. die Darstellung des Jahresabschlusses (IAS 1) oder die Behandlung von Leasingverhältnissen (IAS 17), aufgestellt werden, nicht aber in Gestalt von umfassenden Kodifizierungen aller für den Jahresabschluss relevanten Themen, wie z.B. im deutschen HGB. Die einzelnen Regeln sind darüber hinaus – gemessen am Umfang ihrer Regelbeschreibungen – von sehr unterschiedlichem Gewicht.  

Eine für die Regeln der IFRS wesentliche Blickrichtung auf das Unternehmen ist anders als beim deutschen Bilanzrecht nicht die des Gläubigerschutzes, sondern die des Investors, der nach Anlage liquider Mittel sucht. Das hat sehr praktisch zur Folge, dass unter IFRS bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgruppen eines Unternehmens nicht durchgängig das Niederstwertprinzip - als Kaufpreis abzüglich Abschreibungen - maßgeblich ist, sondern der ‚fair value‘ als Marktwert der jeweils betrachteten Vermögensgegenstände an seine Stelle treten kann. Dies ermöglicht – sofern ein entsprechender Marktwert gegenüber der Vorperiode gestiegen ist – auch sogenannte Zuschreibungen zu einzelnen Vermögensbestandteilen, also die Erhöhung ihres Wertes. Dies wiederum führt unter Beachtung der für alle Bilanzen gültigen Bilanzgleichung, nach der Eigenkapital definiert ist als Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten, bei Eigenkapitalquoten von unter 0,4 - geschweige denn bei den extrem niedrigen Quoten der Banken - zu nicht unbeträchtlichen Schwankungen des Eigenkapitals (und seiner Quote), wenn nicht sogar zur Gefährdung der Existenz (wie im Falle der Banken 2008 und 2009 geschehen).

Die IFRS verlangen auch die Aufstellung einer Kapitalflussrechnung, die im deutschen Bilanzrecht  für große Unternehmen verbindlich geworden ist. Sie kann als wesentliche Bereicherung der Jahresabschlüsse gelten.

Ebenso ist die sog. Segmentberichterstattung für einzelne Aufgabenfelder von Konzernaktivitäten, deren Logik einer Kostenträgerrechnung entspricht, eine erhebliche Transparenzverbesserung der Jahresabschlüsse von Konzernen.