Facebook Pixel

Kapitalflussrechnung

Rechtsquellen

§ 264 (1), 297 (1) HGB

Begriff

Die Kapitalflussrechnung (englisch: cash flow statement) zeigt, welche Gruppen der Geschäftsvorfälle wie viele Zahlungsmittel in der Berichtsperiode gebunden oder erbracht haben.

Unter dem Gesichtspunkt, dass die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens von zentraler Bedeutung für das Bestehen des Unternehmens ist, kommt ihr eine gleich große Bedeutung wie die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zu.

Im Unterschied zur GuV wird aber nicht nach einer Gegenüberstellung von Erlösen und Aufwand gefragt, sondern nach der Liquiditätswirkung der Geschäftsvorfälle. So werden die ausgehenden Rechnungen des Unternehmens für erfolgte Leistungen zwar im Umsatz gebucht, wenn und solange der Zahlungseingang nicht erfolgt sind, erhöhen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aber eben nicht der Umfang der verfügbaren Zahlungsmittel. Daraus folgt, dass eine so eingetretene  Erhöhung der Forderungen eben negativ  für die Entwicklung letzterer in die Kapitalflussrechnung aufzunehmen ist. Dagegen sind Zahlungsmittel bei verzögertem Begleichen der eingegangenen Rechnungen im Unternehmen zurückbehalten worden und ihre Erhöhung im Vergleich zur Vorperiode wird positiv gebucht.  

Geordnet ist die Kapitalflussrechnung in vier Gruppen von Geschäftsvorfällen: erstens die Ermittlung des Startwertes der ‚cash flow‘-Rechnung, zweitens der Liquiditätsstrom aus laufender Geschäftstätigkeit, drittens der cash flow aus Investitionstätigkeit und viertens der aus Finanzierungsentscheidungen. Die Summe aller so geordneten Geschäftsvorfälle zeigt, ob im Unternehmen im Ergebnis Zahlungsmittel zugeflossen oder abgeflossen sind. Addiert man das Ergebnis zum Zahlungsmittelbestand am Ende der Vorperiode, erhält man den Bestand am Ende der Berichtsperiode.

Für das Verständnis der Kapitalflussrechnung ist wichtig zu sehen, dass es Geschäftsvorfälle gibt, die zwar Aufwand darstellen, die aber mit keinem unmittelbaren Zahlungsvorgang verbunden sind: Prominente Beispiele dafür sind Abschreibungen und Rückstellungen.  Ihnen steht in der GuV  Aufwand gegenüber, aber sie sind zum Zeitpunkt des Endes der Berichtsperiode eben nicht mit einem Zahlungsvorgang verbunden. Folglich ist, wenn man als Ausgangswert  der Kapitalflussrechnung das Jahresergebnis des Unternehmens nimmt, dieser Wert um die Abschreibungen und die Erhöhung der Rückstellungen zu korrigieren.

Die Kapitalflussrechnung ist nach § 264 (1) HGB von kapitalmarktorientierten Gesellschaften  - Unternehmen, deren Eigentumsanteile in Form von Aktien an Börsen gehandelt werden -  aufzustellen.  Im Rahmen der Rechnungslegung nach >> IFRS gelten die Richtlinien des IAS 7 (International Accounting Standard Nr. 7).