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Killerphrasen

Rechtsquellen

Keine

Begriff

Nicht begründete, pauschale Behauptungen Verallgemeinerungen und Vorurteile, die von Gesprächsteilnehmern eingesetzt werden, um das Gegenüber zu verunsichern und mundtot zu machen (killen).

Merkmale von Killerphrasen

Mit Killerphrasen, auch Totschlagargumente genannt, reagieren viele Menschen auf Äußerungen ihrer Gesprächspartner, wenn ihnen überzeugende Gegenargumente nicht zur Verfügung stehen. Sie greifen daher nach dem Strohhalm verallgemeinernder Scheinargumente, um den eigene Standpunkt durchzusetzen und die persönlichen Interessen zu wahren. Damit soll der Gesprächspartner abgewimmelt und mundtot gemacht werden. Mit Killerphrasen wird eine kreative Diskussion verhindert. Beispiele typischer Killerphrasen sind die folgenden Aussagen:

  • „Das kann so nicht funktionieren!“
  • „Das haben wir ja noch nie so gemacht!“
  • „Damit sollten wir mal abwarten!“
  • „Typisch Betriebsrat.“
  • „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, wird das so gemacht, wie ich das sage!“

Umgang mit Killerphrasen

Typisch für Killerphrasen ist, dass die darin enthaltenen verallgemeinernden Behauptungen nicht begründet werden und meist auch garnicht begründet werden können. Gemäß dem Grundsatz „Wer eine Behauptung aufstellt, muss sie auch begründen“, hat es sich bewährt, mit Hilfe einer so genannten „offene Frage“ (W-Frage) die Begründung für die Killerphrase einzufordern. Das Ziel muss sein, das Gespräch wieder auf eine sachliche, konstruktive Ebene zurückzuführen. Angemessene Reaktionen auf die o. a. Killerphrasen können je nach Situation folgende Fragen sein:

  • „Welche Hindernisse sehen Sie bei der Umsetzung meines Vorschlags?“
  • „Was spricht dagegen, auch mal etwas Anderes zu auszuprobieren?“
  • „Wann wäre denn nach ihrer Meinung der geeignete Zeitpunkt, das Problem anzupacken?“
  • „Was ist an meinem Vorschlag nach Ihrer Meinung typisch für den Betriebsrat?“
  • „Warum lehnst du meinen Vorschlag von vorneherein ab?“

Um angemessen reagieren zu können, ist es wichtig, sich durch die Killerphrase nicht provozieren zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahrten. Als untaugliche Reaktion auf Killerphrasen hat sich meist der Versuch erwiesen, sich für den eigenen Vorschlag rechtfertigen oder mit weiteren Argumenten den eigenen Standpunkt erläutern zu wollen. Der Gesprächspartner ist in einem solchen Moment erfahrungsgemäß für Sachargumente unzugänglich.

Sowohl in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, als auch in der internen Kommunikation anlässlich von Betriebsratssitzungen oder anderen Gesprächen gehören Killerphrasen zum Gesprächsalltag. Sie erschweren oder verhindern sachliche Auseinandersetzungen und sachgerechte Problemlösungen. Ihr Gebrauch belastet die zwischenmenschlichen Beziehungen und beschädigt das gegenseitige Vertrauen. Ein Betriebsrat, der sich vom Arbeitgeber nicht mit Killerphrasen abspeisen lässt, fördert nicht nur die konstruktive Gesprächsführung, sondern wird auch als Gesprächspartner ernst genommen.

siehe auch