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Moderation

Rechtsquellen

Keine maßgeblichen Rechtsquellen

Begriff

Systematische, strukturierte und offene Methode, mit deren Hilfe Gespräche, Diskussionen und Versammlungen kooperativ, effizient und zeitsparend geleitet werden können.

Merkmale

Der Begriff „Moderation“ stammt vom lateinischen Wort „moderatio“ ab, das soviel wie „Mäßigung“, „Selbstbeherrschung“ bedeutet, im übertragenen Sinne aber auch für „Leitung“, „Lenkung“ steht. Ein Moderator ist nach dem lateinischen Wortstamm eine Person, die mäßigt bzw. lenkt. Im Alltag wird am häufigsten der Begriff des "Fernseh-Moderators" verwendet, zu dessen Aufgaben es gehört, bei Rundfunk- oder Fernsehsendungen die Gespräche zwischen verschiedenen Teilnehmer entsprechend zu leiten, zu lenken und die Emotionen zu mäßigen. Die Moderationsmethode zeichnet sich dadurch aus, dass das Potential aller Gesprächsteilnehmer aktiviert wird und in die Entscheidungsfindung einfließt.

Aufgaben des Moderators

Der Moderator ist der unparteiische Experte für den Einsatz der Moderationsmethode, mit deren Hilfe er die Gesprächsgruppe zu dem angestrebten Ziel hinführt. Dabei achtet er besonders darauf, dass er

  • die inhaltliche Gestaltung des Themas der Gruppe überlässt.
  • nicht Partei ergreift.
  • Beiträge weder wertet noch kommentiert (z. B. keine Äußerungen wie „Das ist ein sehr guter Beitrag ...“, „Dieses Argument ist nicht überzeugend ...“).
  • alle Teilnehmer gleichermaßen zu Worte kommen lässt und dafür sorgt, dass ihre Beiträge Beachtung finden.
  • alle mit dem Thema zusammenhängenden Gesichtspunkte diskutiert und klärt.
  • persönliche Angriffen unterbindet.

Methoden

Der Moderator leitet und strukturiert den Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess vor allem durch geeignete Fragestellungen und Zusammenfassungen. Er sorgt für ein angenehmes, kommunikationsfreundliches Gesprächsklima. Er hört seinen Teilnehmern aufmerksam zu, hält das Gespräch durch geeignete Fragen in Gang und fordert die Gruppe auf, Lösungen vorzuschlagen, anstatt selbst zu entscheiden. Zum Schluss fasst er das Ergebnis des Gesprächs/der Diskussion zusammen. Zur Belebung und Veranschaulichung der Prozesse und Ergebnisse verwendet der Moderator Visualisierungstechniken in Form von Brainstorming (Ideen sammeln), Kärtchenabfragen und deren Darstellung auf einer Pinnwand sowie Erläuterungen von Zusammenhängen und Abläufen mit Hilfe eines Beamers oder Tageslicht-Projektors. Auf Störungen oder Konflikte ist er vorbereitet und kann Konflikttechniken angemessen einsetzen.

Moderation von Sitzungen, Versammlungen usw.

Zu den wesentlichen gesetzlichen Aufgaben des Betriebsratsvorsitzenden gehört es, die Betriebsratssitzungen und Betriebsversammlungen zu leiten (§§ 29 Abs. 2 S. 2, 42 Abs. 1 S. 1 BetrVG). Außerdem wird er in der Regel die Rolle des Gesprächsleiters für den Betriebsrat bei Gesprächen und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber zu übernehmen haben. Der Leiter ist dafür zuständig, dass die Diskussionen und Gespräche geordnet, sachbezogen und zügig mit dem Ziel eines gemeinsam erarbeiteten, ausgewogenen Ergebnisses (in der Regel eines Beschlusses) verlaufen. Ziel der der Betriebsversammlung ist es, die Mitarbeiter umfassend zu informieren und ihnen Gelegenheit zur Meinungsäußerung zu geben. Um diese Prozesse unter Beachtung demokratischer Spielregeln sachgerecht und erfolgreich zu steuern, bedient sich der Leiter der Moderationsmethode.

Doppelrolle des Betriebsratsvorsitzenden

Der Betriebsratsvorsitzende unterscheidet sich allerdings insofern von dem typischen Moderator, dass er in den Betriebsratssitzungen eine Doppelrolle einnimmt: Einerseits verpflichtet ihn sein Amt zur Diskussionsleitung und somit zur Überparteilichkeit. Andererseits ist er als Betriebsratsmitglied in der Funktion des Diskussionsteilnehmers zugleich Partei. Beide Aufgaben sind nur miteinander vereinbar, wenn sich der Betriebsratsvorsitzende soweit wie möglich bei der inhaltlichen Auseinandersetzung über Tagesordnungspunkte zurücknimmt. Zu heftiges Engagement verleitet dazu, sich in Streitgespräche mit anders denkenden Teilnehmern zu verstricken und dabei nicht nur die Übersicht zu verlieren, sondern auch das Vertrauen als allparteilicher Leiter einzubüßen. Weitere Gründe dafür, dass sich der Betriebsratsvorsitzende in Betriebsratssitzungen inhaltlich „mäßigen“ und sein Hauptaugenmerk auf die Moderatorrolle richten sollte, sind:

  • Die Leitung einer Betriebsratssitzung erfordert ein hohes Maß an Konzentration, ständige Wahrnehmung der gruppendynamischen Prozesse und angemessenes, rechtzeitiges Handeln.
  • Aufgabe des Leiters ist es, den Diskussionsteilnehmern und damit auch sich selbst das Wort zu erteilen. Die Versuchung ist groß, sich mit der Redeerlaubnis vorwiegend selbst zu bedienen, was zu Lasten der Gesprächsanteile der anderen Mitglieder geht.
  • Die Aussagen des Betriebsratsvorsitzenden haben in der Regel besonderes Gewicht. Seine Dominanz kann bewirken, dass sich Sitzungsteilnehmer nicht mehr trauen, abweichende Meinungen zu äußern und sich aus dem Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess zurückziehen.