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Risikomanagement

Rechtsquellen

§ 91 Abs. 2 AktG, § 111 Abs. 1 AktG, § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB, § 317 Abs. 2 HGB

Begriff

Im Rahmen marktwirtschaftlicher Systeme hängt der unternehmerische Erfolg zwingend von der Wahrnehmung sich bietender Chancen ab. Je ertragsversprechender sich die Chancen darstellen, desto größer ist aller-dings auch meistens das Risiko, das mit der Verfolgung entsprechender Strategien verbunden ist. Um das Unternehmen auf Erfolgskurs bringen zu können, muss die Unternehmensleitung daher immer unterschiedlich ausgeprägte Risiken eingehen. Der Begriff Risiko steht dabei für die Unsicherheit des Eintreffens erwarteter Entwicklungen.

Der Unternehmer hat geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Unternehmensfortbestand gefährdende Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden. Dieses wird als Risikomanagement bezeichnet. Bei Aktiengesellschaften ist das Einrichten eines Risikoüberwachungssystems bereits gesetzlich vorgeschrieben.

Da bestandsgefährdende Entwicklungen immer auch die Sicherheit der Arbeitsplätze in Frage stellen, haben Diskussionen um die Früherkennung von Unternehmenskrisen eine Tradition im Kreis der Arbeitnehmervertreter. Diesbezüglich muss der Unternehmer den Wirtschaftsausschuss laufend über die unternehmerischen Risiken und die Maßnahmen, die das Unternehmen im Rahmen des Risikomanagements ergreift, informieren. Im Rahmen des Jahresabschlusses muss der Unternehmer im Lagebericht auf die Risikomanagementziele und –methoden der Gesellschaft eingehen.

Allgemeiner Ablauf des Risikomanagements:

       1. Schritt: Risikoidentifikation

       2. Schritt: Risikobeurteilung

       3. Schritt: Risikosteuerung

       4. Schritt: Risikoüberwachung

 Folgende ausgewählte Risiken und das jeweils angewandte Risikomanagement sollten laufend überwacht werden:

Beschaffungsrisiko , Absatzrisiko, Zinsänderungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Investitionsrisiko, Forderungsausfallrisiko, Kostenrisiko, Personalrisiko

Der Gesetzgeber hat die interne und externe Prüfung des Risikomanagements für Kapitalgesellschaften geregelt. Die interne Überwachung der Geschäftsführung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Er hat darauf zu achten, dass die Geschäftsführung ihrer Verpflichtung zur Einrichtung eines Überwachungssystems nachkommt. Die externe Überwachung erfolgt durch den Abschlussprüfer. Im Rahmen seines Prüfauftrages muss er immer auch prüfen, ob die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung im Jahresabschluss zutreffend dargestellt sind. Der Wirtschaftsprüferbericht ist dem Wirtschaftsausschuss neben dem Jahresabschluss zu erläutern.