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Unternehmenskultur

Rechtsquellen

Keine einschlägigen Rechtsquellen

Begriff

Die von den Beschäftigten eines Unternehmens getragenen Grundüberzeugungen, Werte und Einstellungen in Bezug auf dessen Zweck.

Bedeutung für Organisationen

Der Kulturbegriff wird üblicherweise für das gewachsene Zusammenleben und Zusammenwirken von Völkern und Volksgruppen verwendet. Eine Kultur entwickelt sich durch Lernprozesse beim Umgang mit der Umwelt und daraus resultierender interner Akzeptanz von Verhaltensweisen. Auch in Organisationen wachsen historisch Wertvorstellungen, Orientierungsmuster und Verhaltensnormen, die zur Aufgabenbewältigung geeignet erscheinen. Die Kultur eines Unternehmens wird wesentlich durch die Einflussnahme der Führungskräfte auf das Denken und Verhalten der Mitarbeiter bei der Durchführung ihrer Tätigkeiten geprägt. Von deren Führungsstil und Führungsverhalten hängt es ganz wesentlich ab, ob sie ihren Mitarbeitern betriebliche Regeln und Normen überzeugend vermitteln können.

Eine Unternehmenskultur offenbart sich auf allen Gebieten der betrieblichen Aktivitäten von der Entscheidungsfindung, dem Führungsstil, der Art der innerbetrieblichen Kommunikation und den Beziehungen der Arbeitnehmer untereinander bis zum Umgang mit Kunden und Lieferanten. Auch das Bild, das in der Öffentlichkeit von einem Unternehmen wahrgenommenen wird, spiegelt dessen Unternehmenskultur wider. Die Kultur eines Unternehmens ist bereits an äußeren Merkmalen wie z. B. der Kleidung der Mitarbeiter, der Anrede (du oder Sie), dem Kommunikationsstil (förmlich oder kumpelhaft) und der Gestaltung der Arbeitsplätze zu erkennen.

Einfluss auf Betriebsklima

Die Unternehmenskultur bestimmt das Betriebsklima. Eine von den Mitarbeitern positiv erlebte Unternehmenskultur fördert Arbeitszufriedenheit, Motivation und ist Voraussetzung für gute Arbeitsergebnisse. Sie prägt das Wir-Gefühl und die Identifizierung der Belegschaft mit dem Unternehmen und seinen Zielen (Corporate Identity). Eine Unternehmenskultur, die ein negatives Betriebsklima schafft, ist Nährboden für Konflikte, Mobbing und hohe Krankheitsquoten. Die Unternehmenskultur wird auch von Kunden deutlich wahrgenommen und kann sich daher bedrohlich oder positiv auf den Umsatz auswirken. Insofern ist die Kultur eines Unternehmens ein wichtiger Wirkfaktor im Wettbewerb auf dem Markt. An der im Betrieb gelebten Unternehmenskultur offenbart sich, wie die oft geschmeidig und pathetisch verfassten Leitsätze des Unternehmensleitbilds in die Praxis umgesetzt werden.

Eine ständige Aufgabe des Betriebsrats ist es, an der Entwicklung und Erhaltung einer positiven Unternehmenskultur tätig mitzuwirken. Er nimmt im Rahmen seiner Beteiligungsrechte Einfluss darauf, dass die betrieblichen Normen und Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass eine gedeihliche Unternehmenskultur geschaffen und erhalten werden kann. Sein Augenmerk gilt auch dem Führungsstil und dem Verhalten der Vorgesetzten. Maßnahmen und Anordnungen von Führungskräften, die gegen gesetzliche Regelungen, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen sowie gegen die Grundsätze von Recht und Billigkeit, der Gleichbehandlung und gegen das Diskriminierungsverbot (§ 7 AGG) verstoßen, greift der Betriebsrat auf und verlangt vom Arbeitgeber geeignete Abhilfemaßnahmen. Er macht von seinem allgemeinen Vorschlagsrecht (§ 80 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG) Gebrauch, um Maßnahmen zu beantragen, die der Entwicklung oder Erhaltung einer positiven Unternehmenskultur dienen.