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Befristungen im Profifußball

Die Befristung eines Arbeitsvertrags im Profifußball ist durch die Eigenart der Arbeitsleistung gerechtfertigt.

Das ist passiert: Der Arbeitnehmer, ein Lizenzfußballspieler bei einem Bundesligaverein, war aufgrund befristeter Arbeitsverträge als Torhüter tätig. Nach einem längeren krankheitsbedingten Ausfall wies der Arbeitgeber den Arbeitnehmer an, künftig nur noch am Training und Spielbetrieb der Regionalliga-Mannschaft teilzunehmen. Der Arbeitsvertrag des Torhüters war bis zum 30. Juni 2014 befristet. Nach Ablauf dieses Zeitpunkts erhob der Arbeitnehmer Klage mit dem Antrag festzustellen, dass das Arbeitsverhältnis nicht aufgrund der Befristung beendet worden sei. Außerdem begehrte er die Prämie für die von der Erstliga-Mannschaft erzielten Punkte. Das entschied das Gericht: Das Gericht wies die Klage des Arbeitnehmers ab. Die Befristung eines Arbeitsvertrags sei wirksam, wenn sie durch einen sachlichen Grund nach § 14 Abs. 1 Satz 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) gerechtfertigt sei. Danach liege ein sachlicher Grund unter anderem vor, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertige. Nach der Ansicht des Gerichts treffe dies auf die Beschäftigung von Fußballprofis zu. Auch hinsichtlich der Zuweisung des Regionalligatrainings und des damit einhergehenden Verlusts der Möglichkeit auf Punkteprämien, hatten die Richter keine rechtlichen Bedenken. Das Gericht ließ die Revision zum Bundesarbeitsgericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache zu.

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 17. Februar 2016, 4 Sa 202/15