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Home-Office: Sturz auf Kellertreppe kann Arbeitsunfall darstellen

Ein Sturz in der Wohnung eines Arbeitnehmers, der im Home-Office arbeitet, kann ein Arbeitsunfall sein, wenn Wohnung und Arbeitsstätte ortsidentisch sind und der Weg in Ausführung der versicherten Tätigkeit zurückgelegt wird.

Das ist passiert: Die Arbeitnehmerin war als Key-Account-Managerin bei einer GmbH tätig. Es war eine Kernarbeitszeit von 9:00 bis 16:00 Uhr sowie als Arbeitsort das „Home-Office“ vereinbart. Eines Tages war die Managerin zunächst auf einem Messegelände unterwegs. Gegen 14:45 Uhr forderte eine Kollegin sie auf, den Geschäftsführer um 16:30 Uhr anzurufen. Hierzu wollte sie in ihr Home-Office gehen, um dort im Kellergeschoß (Arbeitsplatz) den für das Telefonat benötigten Laptop anzuschließen. Kurz nach 16:00 rutschte sie auf der Kellertreppe aus, stürzte und verletzte sich an der Wirbelsäule. Die Berufsgenossenschaft lehnte es ab, den Unfall, wie von der verletzten Arbeitnehmerin beantragt, als Arbeitsunfall anzuerkennen. Zwischen privat und geschäftlich genutzten Räumen bestehe schließlich kein Versicherungsschutz für zurückgelegte Wege. Ohne Erfolg! Das entschied das Gericht: Das Bundessozialgericht bejahte einen Arbeitsunfall. Denn: Die Tätigkeit stand im sachlichen Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit. Der zurückgelegte Weg zum Arbeitsplatz im Kellergeschoss war ein versicherter Betriebsweg. Die übliche Grenzziehung für Betriebswege (Außentür des Wohnhauses) greift in diesem Fall nicht, da sich sowohl die Wohnung als auch die Arbeitsstätte im selben Haus befinden.

Bundessozialgericht, Urteil vom 27. November 2018, B 2 U 28/17 R