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Gut zu wissen
Für die vielen Anforderungen an Sie als Betriebsratsvorsitzenden oder Stellvertreter müssen Sie sich umfangreich informieren. Manchmal ist es dabei auch ganz wichtig zu wissen, wie Ihre Betriebsratskollegen aus anderen Unternehmen denken. Darum bieten wir zu unseren aktuellen Infos auch gleich eine Umfrage an. Mit der Rubrik „Gut zu wissen“ können Sie also nicht nur Ihren Wissenschatz erweitern!

Hier finden Sie die aktuelle Umfrage aus dem monatlichen Newsletter für Ihre Arbeit als Betriebsratsvorsitzender. Stimmen Sie mit ab und erfahren Sie, wie andere Betriebsratsvorsitzende über die Frage denken. Den kostenlosen Newsletter mit vielen interessanten Fachbeiträgen können Sie hier bestellen.

Mit den Stärken des Gremiums arbeiten

Ein Gremium setzt sich aus völlig unterschiedlichen Menschen zusammen. Doch wie schafft man es, die verschiedenen Mitglieder zu einer Gruppe zu formen und die individuellen Stärken am besten einzusetzen? Hier kommen Sie als Betriebsratsvorsitzende(r) ins Spiel: Sie leiten, führen und formen Ihr Team. Nicht immer eine leichte Aufgabe, doch mit ein paar Tricks und Hilfestellungen gelingt es.

 

Gemeinsame Ziele entwickeln

Zu aller erst braucht das Gremium Ziele, um mit den Stärken seiner Mitglieder optimal arbeiten zu können. Zu einem effektiv arbeitenden Team wird der Betriebsrat, wenn gemeinsame Ziele entwickelt wurden. Doch wie findet man die Ziele? Ein beliebter Weg ist eine Klausurtagung. Erfahrungsgemäß reichen zwei Tage aus, um gemeinsame Ziele und Arbeitsweisen zu erarbeiten. Im Idealfall fühlen sich dann alle Gremiumsmitglieder diesen Zielen verpflichtet und ziehen am selben Strang – der erste Schritt zum erfolgreichen Team ist somit geschafft.

 

Wichtig dabei ist auch eine offene Aussprache über den Sinn der Betriebsratsarbeit. Hier sollte jeder seine Vorstellungen, Erwartungen und Ansprüche einbringen. Die Werte und Haltung der eigenen BR-Arbeit werden deutlich und alte sowie neue BR-Mitglieder wachsen dadurch zusammen.

 

Unterschiedlichkeiten dürfen oder müssen sogar bestehen bleiben – sogar vermeintliche Unvereinbarkeiten. Nicht immer einfach, aber dieser Prozess der Akzeptanz beeinflusst positiv die Arbeit einer ganzen Wahlperiode. Die BR-Mitglieder sollten Verständnis und Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung aufbringen. Auch dann, wenn die Leistungen der einzelnen nicht eins zu eins aufgerechnet werden können. Arbeiten Sie gemeinsam mit Freude auf die festgelegten Ziele hin, das lässt eine besondere Art der Kollegialität und Solidarität entstehen.

 

Impulse zur Motivation setzen

Als Betriebsratsvorsitzende(r) kommt Ihnen dabei eine besondere Rolle zu: Sie führen nicht nur Ihr Team, sondern fordern es auch. Dieser Führungsanspruch muss klar übernommen und für alle erkennbar sein. Von Ihnen sollten auch immer wieder Impulse zur Motivation ausgehen. Sie erkennen, welche Kompetenzen, Fähigkeiten und Stärken die einzelnen Teammitglieder mitbringen und wo sie diese am besten einsetzen können. Denn eines ist eh klar: Jede(r) trägt seinen Anteil auf dem Weg zum Erfolg bei.

 

Der Fokus auf die Stärken

Fokussieren Sie sich immer auf die Stärken, nie auf die Schwächen. Die Zusammenarbeit wird sonst schwieriger und die Effektivität sinkt. Die Folge: Stress, Schuldzuweisungen, Probleme, Unmut, Einengung, Antriebslosigkeit. Sie arbeiten nicht mehr zusammen als Team und können sich nicht mehr um Ihre vereinbarten Ziele kümmern.

 

Mit Stärken arbeiten bedeutet:

  • klare Ziele vorgeben
  • individuelle Fähigkeiten anerkennen und nutzen
  • Wertschätzung
  • Flow
  • Freundlichkeit
  • im Dialog stehen
  • Freiwilligkeit
  • Motivation
  • realistische Einschätzungen
  • Kreativität entsteht

In einem Teambildungsprozess werden die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder benannt und wertgeschätzt. Viele Menschen bemerken ihre Stärken erst dann, wenn sie von anderen darauf aufmerksam gemacht werden. Ein optimal zusammenarbeitendes Team erzielt Ergebnisse, die weit mehr sind als die Summe der Leistungen der einzelnen Mitglieder.

 

Einige Stärken im Überblick:

Der Leistungsorientierte braucht klare Ziele, die ihn motivieren.

Der Überzeugte steht für das, was er sagt und tut. Er übernimmt Verantwortung.

Der Behutsame entdeckt Risiken und Hindernisse.

Der Disziplinierte arbeitet Dinge zuverlässige ab.

Der Fokussierte steuert klare Ziele an. Er ist dabei produktiv und effizient.

Der Analytikerin braucht und liefert Daten und Fakten. Sie will die Dinge verstehen.

Der Tatkräftige sprudelt vor Energie und will schnelle Ergebnisse.

Der Kommunikative spricht klar und stellt Kontakte her.

Der Selbstbewusste strahlt Sicherheit aus.

Der Anpassungsfähige stellt sich schnell auf neue Situationen ein.

 

Verantwortung übertragen und Stärken entdecken

Nutzen Sie die unterschiedlichen Stärken in Ihrem Gremium, um sich auch selbst zu entlasten. Übertragen Sie Verantwortungen, die den Stärken Ihrer Gremiumsmitglieder entsprechen. Dadurch reduziert sich der Stress und die Effektivität erhöht sich.

Stärken treten in verschiedenen Situationen in unterschiedlicher Form hervor. Dabei ist auch wichtig zu beachten, dass kein Mensch nur eine Stärke hat. Die Kunst ist es, sich auf die Stärken zu fokussieren und die Schwächen zu akzeptieren. Und wer bei Anderen (oder vielleicht bei sich) kaum Stärken entdecken kann, schaut am besten noch mal genau hin.