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Gut zu wissen
Für die vielen Anforderungen an Sie als Betriebsratsvorsitzenden oder Stellvertreter müssen Sie sich umfangreich informieren. Manchmal ist es dabei auch ganz wichtig zu wissen, wie Ihre Betriebsratskollegen aus anderen Unternehmen denken. Darum bieten wir zu unseren aktuellen Infos auch gleich eine Umfrage an. Mit der Rubrik „Gut zu wissen“ können Sie also nicht nur Ihren Wissenschatz erweitern!

Hier finden Sie den aktuellen Fachbeitrag aus dem monatlichen Newsletter für Ihre Arbeit als Betriebsratsvorsitzender. Erhalten Sie wertvolle Tipps und interessante Fachbeiträge für Ihr Amt. Den kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Vorsätze und Ziele für die zweite Hälfte der Amtszeit – Hilfreiche Tipps für Betriebsratsvorsitzende
Das neue Jahrzehnt bringt eine Vielfalt an neuen Herausforderungen mit sich und auch die Mitbestimmungsthemen in den Betrieben werden immer vielschichtiger. Denn die Arbeitswelt befindet sich in vielerlei Hinsicht mitten im Wandel. Ob Datenschutz, Digitalisierung, agiles Arbeiten, Strukturwandel in der Automobilindustrie, Klimaerwärmung oder Globalisierung: Viele Unternehmen sind direkt betroffen und gefordert, neue Wege einzuschlagen. 
 
Was tun als Betriebsrat, wenn sich die Rahmenbedingungen immer wieder ändern? 
Lohnt es sich da überhaupt noch, Vorsätze zu fassen und Ziele zu setzen? 
 
Die Antwort lautet „Jetzt erst recht!“ Denn wer sonst sorgt dafür, dass die Interessen der Belegschaft auch in Zeiten großer Veränderungen gehört und beachtet werden? Sehen Sie die Umwälzungen also auch als eine große Chance für sich und Ihr Gremium – eine Möglichkeit, das Neue mitzugestalten.
 
Vorsätze fassen und Ziele setzen für die zweite Amtshälfte als Betriebsratsvorsitzender
 
Wie gehen Sie nun vor, wenn Sie sich wünschen, Ihre Arbeit als BRV weiter zu verbessern? Wie lassen sich Vorsätze in die Tat umsetzen? Folgende Tipps helfen Ihnen dabei.
 
  • Ziehen Sie eine Zwischenbilanz
    Unerlässlich ist die Standortbestimmung: Wie zufrieden sind Sie mit der momentanen Situation? Wie gut läuft die Zusammenarbeit im Gremium? Und wie sieht es mit den Zielen aus, die Sie sich zu Beginn Ihrer Amtszeit gesetzt haben? Haben Sie manche schon erreicht? Sind andere Ziele noch in weiter Ferne? Wie können Sie durch Ihr eigenes Verhalten dazu beitragen, dass Ihr Gremium noch wirksamer wird?
     
  • Beschreiben Sie Ihre Pläne und Vorhaben so konkret wie möglich 
    „Ich will mir mehr Zeit für die Betriebsratsarbeit nehmen!“ Das ist eher ein Wunsch als ein Ziel und wird vermutlich wenig erfolgreich sein. Also: Vorsätze nicht nur „ins Auge fassen“, sondern ein konkretes Verhalten beschreiben oder einen Termin setzten. „Einmal in der Woche nehme ich mir xx Stunden nur für die anstehende BR-Arbeit!“
     
  • Tun Sie sich mit anderen zusammen 
    Allein ist alles schwerer. Sprechen Sie über Ihre Vorsätze, bitten Sie andere um ihre Meinung und suchen Sie sich Unterstützer. Im Gremium ist es sicherlich hilfreich, Kollegen mit ähnlichen Vorsätzen dazu zu gewinnen.
     
  • Schaffen Sie sich Erfolgserlebnisse
    Planen Sie größere Ziele in kleinen Etappen ein. Denn Experten der Motivationsforschung haben herausgefunden, dass es uns dann leichter fällt, Vorsätze umzusetzen. Die Motivation steigt, wenn Etappen Schritt für Schritt erreicht werden und Sie auf erste Erfolgserlebnisse zurückblicken können. Wenn Sie zum Beispiel die Zusammenarbeit im Gremium insgesamt verbessern möchten, könnte ein Teilziel sein, zunächst die Zusammenarbeit im Betriebsausschuss anzugehen.
     
  • Positive Einstellung zu sich selbst und zur eigenen Willenskraft
    Werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst und rufen Sie sich Ihre bisherigen Erfolge gezielt in Erinnerung. Erreichte Ziele sind eine Energiequelle für Ihr Selbstvertrauen. So können Sie optimistisch in die Zukunft blicken und das wirkt sich auch auf Ihre gute Laune aus!
 
Auf Veränderungen reagieren: Ziele anpassen
 
Seitdem Sie zum Betriebsratsvorsitzenden (wieder) gewählt worden sind, können sich die Bedingungen im Betrieb und in der Wirtschaft grundlegend verändert haben. Haben Sie so eine Veränderung wahrgenommen, geht es im nächsten Schritt um die Analyse. Fragen Sie sich, welche Auswirkungen die veränderten Umstände auf Ihre Ziele in der Betriebsratsarbeit haben werden:
  • Kann alles beim Alten bleiben?
  • Passen Ihre ursprünglichen Ziele noch zur veränderten Situation?
  • Müssen Sie einzelne Teilschritte umdefinieren?
  • Sind Ihre Ziele, aber auch Ihre ausgearbeiteten Pläne, noch realistisch?
  • Wie geht es Ihnen mit Ihren Vorhaben? Fühlt sich alles „gut“ an oder bemerken Sie ein Unwohlsein?
Wenn Sie sich die Zeit nehmen, diese Fragen gründlich zu beantworten, erkennen Sie den Veränderungsbedarf. In einem nächsten Schritt sollten Sie dann die Konsequenzen ziehen. Manchmal reichen minimale Veränderungen. Aber mitunter braucht es eine Kurskorrektur oder sogar einen Neustart und die Definition neuer Ziele.
Viel Erfolg beim Umsetzen Ihrer Vorhaben. Und: Bleiben Sie dran!