Facebook Pixel

Lösungsorientiere Beratungsgespräche

Lösungsorientiere Beratungsgespräche

Bei einem Beratungsgespräch geht es darum, dass ein Ratsuchender einen Freund oder Kollegen, den Berater, bittet, ihm bei der Lösung seines Problems zu helfen.

1. Das Problem

Das eigentliche Problem eines Ratsuchenden wird in den seltensten Fällen durch eine reine Informationsweitergabe zu lösen sein. Meistens drückt der Schuh noch woanders. Den Ratsuchenden belasten zusätzlich Entscheidungs-, Verhaltens- und emotionale Probleme, die oft mit inneren Konflikten einhergehen.

n den meisten Beratungssituationen ist es weder dem Ratsuchenden bewusst, noch für den Berater erkennbar, welcher Art das Problem tatsächlich ist. Beide müssen daher zu Beginn eines Beratungsgespräches herausfinden, von welcher Beschaffenheit das Problem ist. Es ist also zunächst eine Bestands-aufnahme zu machen. Während bei einem reinen Informationsproblem eher der Rat gesucht wird, ist bei Entscheidungsverhaltens- und emotionalen Problemen das beratende Gespräch gefragt.

2. Der Ratsuchende

Neben der objektiven Betrachtung des Problems steht die Person des Ratsuchenden mit ihren ganz persönlichen Erlebens- und Verhaltensweisen, ihrer Sichtweise und Bedeutung, die sie dem Problem beimisst, ihren Wünschen, Gefühlen und Bedürfnissen im Mittelpunkt des Beratungsgespräches. Diese subjektive Seite ist geprägt durch die Lebensgeschichte der ratsuchenden Person, ihre derzeitigen Lebensumstände, Erfahrungen und sprachlichen Fertigkeiten, die im Beratungsgespräch zu berücksichtigen sind. Die ratsuchende Person kommt mit ganz bestimmten Erwartungen in dieses Gespräch und mit mehr oder weniger klaren Zielvorstellungen zu ihrem Berater. In ihn setzt sie das Vertrauen, dass er ihr Problem lösen hilft. Für beide Seiten ist es daher wichtig, die Erwartungen des Ratsuchenden zu klären. Seine oft sehr unscharfen Zielvorstellungen sollten ebenfalls erörtert und konkretisiert werden.

3. Der Berater

Voraussetzungen für ein hilfreiches beratendes Gespräch sind seitens des Beraters im Wesentlichen drei Verhaltensprinzipien/Einstellungen: Echtheit, positive Wertschätzung und einfühlendes Verstehen.

Echtheit
in der Beratungssituation bedeutet in erster Linie Aufrichtigkeit gegenüber dem Ratsuchenden. Der Berater muss ein ehrliches Interesse daran haben, seinem Gegenüber gut zuzuhören. Ein guter Berater geht ohne vorgefasste Meinung und Vorurteile in das Gespräch.

Positive Wertschätzung
Der Berater erkennt seinen Gesprächspartner als mündigen, eigenständigen Menschen an, indem er dessen Art des Fühlens und Erlebens akzeptiert, auch wenn dies seinen eigenen Vorstellungen und Wertmaßstäben nicht entspricht. Er enthält sich daher jeglicher Kritik, ­vermeidet Ratschläge (Ratschläge können auch Schläge sein)­ und weckt keine Schuldgefühle.

Einfühlendes Verstehen
Jeder Mensch hat seine eigene subjektive Erlebniswelt, die für ihn die Realität darstellt. Aufgabe des Beraters ist es, diese innere Realität seines Gegenübers wahrzunehmen, zu verstehen und das Verstandene mitzuteilen. Er überlässt die Darlegung und den Lösungsweg des Problems völlig der Initiative des Ratsuchenden. Der Berater spiegelt die vom Gesprächspartner sowohl auf sprachlicher als auch gefühlsmäßiger Ebene übermittelten Botschaften in eigenen Worten wider. Der Berater meldet zurück, ob er den zu Beratenden richtig verstanden und interpretiert hat.