BR-Wahl

(Wieder)wahl als Betriebsrat – darum lohnt es sich!

Warum lohnt es sich eigentlich, Betriebsrat zu sein oder zu werden? Gerade in Zeiten, in denen es so viele Anforderungen an Betriebsräte, Interessenvertreter und Arbeitnehmer gibt wie kaum zuvor. Kurz nachdem wir Ende 2021 diese Frage gestellt hatten, landeten Antworten über Antworten in unserem E-Mail-Postfach. Mit so vielen inspirierenden Antworten hatten wir nicht gerechnet. Deshalb sind statt der „Top 10“ daraus jetzt die „Top 100“ geworden. DANKE an alle Rückmeldungen.

Das sind Auszüge aus den Antworten von Betriebsräten aus allen vier Himmelsrichtungen Deutschlands:

Der Einsatz für meine Kollegen und Kolleginnen ist immer sinnstiftend für mich.

Gleichgewicht im Unternehmen.

Als Betriebsrat wächst man immer mit seinen Aufgaben und tut gleichzeitig was für das Gleichgewicht im Unternehmen.

Spaß und Freude

Weil mir die Betriebsratsarbeit viel Spaß und Freude bereitet und ich einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter und unseres Unternehmens leisten kann!!!

Einblicke und Vernetzung

Ich finde, das Beste an der Betriebsratsarbeit ist die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Gremium, die aus den verschiedensten Abteilungen kommen. Die Einblicke in andere Bereiche und die optimale Vernetzung möchte ich nicht mehr missen.

Blick hinter die Kulissen

Ich habe als Betriebsrat extrem viel gelernt und gewinne immer noch jede Menge neue Erfahrungen, die ich gut in fast jeden Bereich meines Lebens integrieren kann. Allein schon die Einblicke hinter die Kulissen, z. B. bei Verhandlungen zu einer Betriebsvereinbarung, haben mir auch einen anderen, transparenteren Blick auf viele unternehmerische Entscheidungen und sogar auf die Politik gegeben.

Betriebsratsarbeit stiftet Sinn

Fragen wie „Was mache ich hier eigentlich?“, „Was hat die Welt von mir?“, „Welchen Sinn gebe ich meinem Leben?“, kann ich Dank meiner Betriebsratstätigkeit immer positiv beantworten. Denn der Einsatz für meine Kolleg*innen ist immer sinnstiftend für mich, egal wie anstrengend, aussichtsreich oder auch aussichtslos ein Anliegen ist.

Der Wert von Kompromissen

Tatsächlich habe ich erst durch meine Tätigkeit als Betriebsrat wirklich verstanden, was Kompromisse bedeuten. Einige Jahre später bin ich nun soweit, dass ich einige Kompromisse auch zu schätzen weiß. Das macht mich persönlich in vielen Bereichen meines Lebens etwas ruhiger und geduldiger werden lassen.

Nicht meckern – machen!

Bereichsübergreifende Projekte: Man kennt sich

Durch meine Betriebsratsarbeit kennen mich viele Menschen aus den unterschiedlichsten Abteilungen im Unternehmen. So kann ich gelegentlich auch die passenden Kolleg*innen für bereichsübergreifende Projekte zusammenbringen, die überhaupt nichts mit dem Betriebsrat zu tun haben müssen.

Achtung und Wertschätzung auf Augenhöhe

§ 2 Abs. 1 BetrVG motiviert mich sehr. Ich möchte, dass die Menschen im Unternehmen bestmögliche Leistung für das Unternehmen bringen. Ich habe dabei nur ganz andere Vorstellungen davon als die Geschäftsleitung, denn es geht bei der Arbeit als Betriebsrat um das Wohl des Unternehmens und der Arbeitnehmer*innen. Druck, Leistungsverdichtung, seelenloses Führen durch Kennzahlen und Auswertungen sind für mich ein rotes Tuch. Ich bin für Achtung und Wertschätzung auf Augenhöhe, Eigenverantwortlichkeit, sinnvolle Weiterbildung und Förderung der individuellen Person. Ich möchte den Menschen dabei helfen, sich aufzurichten, mündig zu werden und für ihre Rechte einzutreten.

Nicht meckern – machen!

Es motiviert mich immer wieder, und dass nun das vierte Mal in Folge, mich zur Wahl zu stellen, da man wirklich etwas für die Mitarbeitenden bewegen kann. Zur letzten Wahl war mein „Leitspruch“: Nicht meckern – machen!

Auch wenn man im Laufe der Amtszeit immer mal wieder das Gefühl hat, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen; am Ende des Tages zeigt sich ganz ganz oft, dass es sich lohnt, und dass man gar nicht gegen die Windmühlenflügel kämpft, sondern sie antreibt!

Den Ball am Rollen halten

Nur wer am Ball bleibt, hält diesen am Rollen. Wenn man mit der Zeit etwas bewegen kann und sich gut fühlt, etwas erreicht zu haben, dann weiß man, dass man am Ball bleiben muss.

Hintergründe des Arbeitgebers erfahren

…weil so auch (aus unmittelbarer Nähe) die Wünsche, Belange, Interessen und Hintergründe des Arbeitgebers in Erfahrung gebracht werden kommen! Was soll mit welcher Maßnahme erzielt werden? Wie kann u.U. mit dem Betriebsrats-Team (sinnvoll) gegengesteuert werden?

Als Betriebsrat lernt man viel über sich selbst.

Entgegenkommen – ein schmaler Grat

Leider kommt (mir persönlich) häufig der so wichtige Punkt „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ zu kurz – oder bleibt gar ganz auf der Strecke!

Ein „grundsätzliches Dagegen“ darf es nicht geben. Auf der anderen Seite soll, darf ein Entgegenkommen auch nicht einseitig (aus-)genutzt werden – oft ein schmaler Grat!

Ehrliches und offenes miteinander umgehen

Ehrliches und offenes miteinander Umgehen … - Dinge, Erfahrungen, die man(n) und auch frau bei einer Betriebsrats-Tätigkeit kennenlernen (können).

Man lernt sich besser kennen

Als Betriebsrat/Betriebsrätin lernt man viel über seine Kolleginnen und Kollegen und auch sich selbst.

BR-Amt bringt Abwechselung

Als Betriebsrat/Betriebsrätin hat man immer viele abwechslungsreiche Aufgaben und die Chance ständig dazu zu lernen.

Weg vom „Schema F“

Meine Motivation war und wird es auch wieder sein: weg vom „Schema F“ und für die Mitarbeiter wirklich was erreichen.

Kreative Ideen entwickeln

Als Betriebsrat/Betriebsrätin kann man eigenständig kreative Ideen entwickeln und umsetzen (im Bereich der Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen z.B.)

Chance für eine Kommunikation auf Augenhöhe

Gerade die letzten beiden Jahre waren in unserem Betrieb geprägt durch ein partnerschaftliches Miteinander zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat. Durch Kommunikation auf Augenhöhe wurden hilfreiche Lösungen geschaffen, die Mitarbeiter zu schützen und dennoch den Betriebsablauf zu erhalten. Daher werde ich auch bei der BR-Wahl 2022 wieder antreten, um dafür zu sorgen, dass Lösungen gefunden werden, wo zunächst Chaos herrscht und diese vertrauensvolle Zusammenarbeit weiter zu erhalten.

Juristische Bildung

Warum es sich lohnt, Betriebsrat zu sein? Da gibt es ´ne Menge:

- den Mitarbeitern eine Stimme zu geben,

- den Mitarbeitern zu ihrem Recht verhelfen,

- einen Beitrag dazu leisten, dass Mitarbeiter ihre Rechte kennen,

- Mitarbeiterrechte zu kennen,

- allen Beteiligten die Grenzen der Macht des Unternehmens aufzeigen zu können und

- juristische Bildung.

Die Dankbarkeit, die ich für meinen Einsatz erhalte ist der Grund, wieder zu kandieren!

Übung im Umgang mit Menschen

Übung im Umgang mit Menschen, (schwierigen) Themen und Kompromissen.

Ein wichtiger Anker

Als Betriebsrat/Betriebsrätin ist man vor allem in schwierigen Zeiten ein wichtiger Anker für die Kolleginnen und Kollegen.

Gut fürs Karma!?

Sich für Kollegen (m/w/d) einzusetzen und etwas zu ihren Gunsten zu gestalten tut gut und ist gut für das Karma. Daher kandidiere ich erneut.

BR-Arbeit bietet Chance auf Veränderung

Als Betriebsrat/Betriebsrätin hat man die Chance, aktiv etwas zu verändern und mitzugestalten.

Besondere Einblicke

In keinem anderen Bereich erhält man so tiefe und umfassende Einblicke in das Unternehmen als im Betriebsrat!

Der Dank der Kollegen

Ich habe seit der Wahl im April 2018 exakt 71 Kollegen*innen mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Die Dankbarkeit, die ich dafür erhalten habe, ist der Grund auch im Frühjahr 2022 wieder zu kandieren!

Es gibt viel zu Regeln

Weil ich mich seit 2 Jahren für die Mitarbeiter unserer Servicegesellschaft vollumfänglich einsetze. Mitarbeitergespräche, Arbeitszeitanpassung, Betriebsvereinbarungen – all das gab es bis dato nicht. In Arbeit sind Zeiterfassungen, BEM Gespräche und Mitarbeiterversammlungen. Verlässliche Dienstpläne gab es nicht. Nun steht der elektronische Dienstplan vor dem Start. "Holen aus dem Frei", Nichtgewährung von genehmigtem Urlaub, all das haben wir "glatt" gezogen und geregelt. Es gibt noch VIEL zu tun!

Betriebsräte stehen dafür, dass die Demokratie hinter dem Werkstor weitergeht!

BR-Arbeit ist gute Teamarbeit

Für sich und andere engagiert, motiviert und zielorientiert im Team miteinander gute Kompromisse/Lösungen erarbeiten/schaffen.

Demokratie hinter dem Werkstor

Betriebsräte stehen dafür, dass die Demokratie hinter dem Werkstor weitergeht!

Das BetrVG hat das „Herr im Hause Prinzip“ beendet und Betriebsräte sorgen dafür, dass dies so bleibt.

Vom ICH zum WIR!

Mein Leitsatz:  Vom ICH zum WIR!

Zum „Fairständnis“: Wir ist in diesem Fall, wenn es gelingt die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite so gut als möglich zu vereinen und aufzuzeigen das ein respektvolles und konstruktives MITEINANDER beiden Seiten gut tut und nachhaltigen Erfolg verspricht.

Diesen Ausgleich im Gremium und in den Gesprächen mit dem Vorstand voranzutreiben ist ein großer Motivator.

Mitgestalten können

Natürlich schwingt auch immer eine Portion Egoismus mit, denn auch ich habe (m)eine Meinung zu den aktuellen Aufgaben, Wünschen und Vorgaben. Mitgestalten ist wahrscheinlich der Überbegriff, der mich an dieser Stelle motiviert.

Mittendrin im Geschehen

Als Betriebsrat erlebt man Demokratie nicht nur aus Geschichtsbüchern und TV, sondern man ist mittendrin im Geschehen!

Verbannt die „Scheuklappenmentalität“.

Die Arbeit als Betriebsrat fördert die persönliche Entwicklung, weitet den Horizont und verbannt die „Scheuklappenmentalität“.

Positives Feedback für BR-Arbeit, das wirkt auf mich wie eine warme Dusche.

Positives Feedback ist wie eine warme Dusche

Natürlich freue ich mich auch über positives Feedback, das wirkt auf mich wie eine warme Dusche in einer sonnendurchfluteten Umgebung und diese Aussicht ist sehr motivierend!  😊

Teil eines funktionierenden Gremiums sein

Es ist immer wieder schöne in einem funktionierenden Gremium mitzuwirken, sich um die großen aber auch kleinen Belange der Kolleg*innen zu kümmern. Wichtig ist immer über den Tellerrand zu schauen und nicht nur seine Problem zu sehen. Viele konstruktive Gespräche mit dem Arbeitgeber zu führen und ihm, in den Monatsgesprächen mit dem Gremium, die Problem im Betrieb erläutern und zu diskutieren.

Kein Geld, aber … Vertrauen

Betriebsratsarbeit ist nicht immer einfach und wird auch nicht zusätzlich honoriert, doch sie ist immens wichtig damit der Arbeitgeber nicht zu Ungunsten der Mitarbeitenden handelt.

Wenn ihr zur Wahl antretet und gewählt werdet, so genießt ihr das Vertrauen euer Kolleg*innen. Was kann da schöner sein?

Werte erkennen

Werte erkennt der Mensch oftmals erst dann, wenn Sie nicht mehr da sind.

Das Betriebsverfassungsgesetz ist ein Geschenk.

Das Betriebsverfassungsgesetz

Das Betriebsverfassungsgesetz ist ein Geschenk. Jeder sollte mit Menschen sprechen. die bereits an Orten gearbeitet haben wo es nicht gilt. Jeder dieser Menschen würde es gerne haben.

Kein Betriebsrat? Das kostet!

Betriebsräte kosten Geld. Das zahlt der Arbeitgeber. 

Keine Betriebsräte kosten viel mehr Geld. Das zahlt die Belegschaft.

Welchen Betriebsrat verdient das Unternehmen

Jeder Betrieb verdient den Betriebsrat, den er sich selbst gewählt hat.

„Motor“ der Sozialpartnerschaft

Als Betriebsrat bist du der „Motor“ der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber und somit Garant für vertretbare Arbeitsverhältnisse.

Moderator und Coach

Weitgehend selbstbestimmter Einsatz für die Firma – Rolle als Facilitator (Moderator) und Coach – Mediation zu wichtigen Themen – Augenhöhe zum Management – Firmenkultur stärken – Hervorragende Teamarbeit im Gremium – Einfluss auf Entscheidungen für die KollegInnen – Transparenz von Themen in der Belegschaft erhöhen. 22 Jahre sind nicht genug! Und: Ich kann’s.

Gerechtigkeit schaffen

Was mich motiviert, Betriebsrat zu sein: In dieser Welt der Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten ein bisschen mehr Gerechtigkeit zu schaffen.

Die Digitalisierung braucht Betriebsräte.

Wegen der Digitalisierung!

Endgültig bin ich wegen der Digitalisierung zu der Überzeugung gelangt, dass ich wieder antreten sollte. In den letzten zwei Jahren hatten wir große Veränderung in allen Arbeitsbereichen. Der Hauptgrund dafür findet sich in der Digitalisierung. Mit 26 Jahren Betriebsratserfahrung habe ich viele Veränderungen erlebt, aber keine mit einer solchen Auswirkung. Als Mitarbeiter mit 53 Jahren gehöre auch ich zur Altersgruppe, die hier vieles neu lernen musste, denn bis zur Rente haben wir noch einige Jahre. Ich finde es daher wichtig, dass auch die älteren Jahrgänge weiter am Arbeitsleben teilhaben können und vor zu schnellen Veränderungen und einem erhöhten Arbeitstempo geschützt werden. Nicht zu vergessen der Datenschutz.

BR funktioniert mit gemischter Altersstruktur

Aus meiner Sicht braucht ein funktionierender Betriebsrat eine gesunde Mischung aus älteren und jungen Arbeitnehmern. Es profitieren beide Seiten durch die vielen Argumente in der Diskussion.

Immer Neues, keine Routine

Während mein „normaler“ Job mittlerweile sehr zur Routine geworden ist, kann ich in der Betriebsratsarbeit ständig Neues dazu lernen.

BR-Arbeit macht zufrieden

Es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, wenn ich Kollegen und Kolleginnen bei ihren Anliegen helfen kann.

Jeder, der das Herz am rechten Fleck hat, kann ein gutes Betriebsratsmitglied werden.

Hilft über dem „Corona-Frust“

Unser Gremium ist ein tolles Team, es macht einfach Spaß, mit diesen Kollegen und Kolleginnen zu arbeiten. Das hilft sogar etwas über den „Corona-Frust“ hinweg, der sich nach fast zwei Jahren Pandemie und damit verbundenem Dauer-Home-Office eingestellt hat.

Wissen weitergeben und erwerben

Meine Motivation zur erneuten Kandidatur zum Betriebsrat (für eine vierte Amtszeit):

·                 Nutzung des erworbenen Wissens zum Wohl der Kolleg:innen

·                 Mitwirken an guten Regelungen, die aktuell anstehen

·                 Weiterhin kompetente Beratung von Kolleg:innen in schwierigen (Arbeitsplatz)situationen

Wissen kommt durch Austausch

Jeder der das Herz am rechten Fleck hat, kann ein gutes Betriebsratsmitglied werden. Das Wissen kommt durch Austausch erfahrener BR-Mitglieder, eigenen Recherchen und den tollen Referenten von ifb. Vielen Dank an dieser Stelle!

Gerechte Behandlung für alle Beschäftigten

Ich möchte weiterhin die innerbetriebliche Chancengleichheit durch Betriebsvereinbarungen stärken.

Durch Betriebsvereinbarungen für klare und verbindliche Regelungen sorgen

Ich möchte den Nasenfaktor ausschalten, so dass Erlaubnisse oder Verbote beispielsweise zur „Mobilen Arbeit“ (auch als „Home-office“ bekannt) möglichst wenig von der Abteilungsleitung abhängen, sondern durch das Arbeitsgebiet bestimmt werden.

Frühzeitig von geplanten Veränderungen erfahren.

Arbeitsverträge schützen, Kündigungen möglichst verhindern.

Ich möchte Kolleg*innen weiterhin in Personalgespräche begleiten, in solchen Gesprächen als Moderator mitwirken und Regelungen finden, damit niemand entnervt kündigt oder gekündigt wird.

Als Betriebsrat sowohl Gegengewicht als auch Ansprechpartner für Geschäftsleitung sein

Gemeinsam mit allen BR-Mitgliedern Themen aus der Belegschaft in den Monatsgeprächen platzieren und Lösungen vorbereiten.

Den eigenen Betrieb besser verstehen

Durch die regelmäßigen Kontakte mit der Geschäftsleitung frühzeitig von geplanten Veränderungen erfahren.

Tun, was einem am Herzen liegt

·       Man bekommt viele Einblicke,

·       man kann für die Kollegen da sein, ihnen helfen,

·       man kann sich für Themen engagieren, die einem am Herzen liegen.

Auf der Betriebsversammlung punkten: Vom Monolog zum Dialog

Unsere Betriebsversammlung wurde nach über einem Jahr Pause in Präsenz abgehalten. Im Sommer an zwei Tagen mit je 8 Stunden verteilt in Form eines Sommerfestes mit verschiedenen Themenständen und im Dezember an zwei Tagen mit je 6 Stunden als Weihnachtsmarkt mit verschiedenen Themenbuden (inkl. alkoholfreiem Glühwein und Knackersemmeln, der einzige legale Weihnachtsmarkt im Dezember in Bayern!). Alles mit Hygienekonzept mit Maske und Abstand. Alle Beteiligten waren begeistert, die Teilnehmerzahlen waren doppelt so hoch wie bei der üblichen Betriebsversammlung (240 statt 120 im Sommer und 260 beim Weihnachtsmarkt). Zugleich hat sich die Versammlung von Monolog zum Dialog entwickelt (beim Sommerfest) und dann vom Dialog zur Mitbestimmung beim Weihnachtsmarkt, die Teilnehmer konnten für BR-Themen Punkte vergeben und beim Stand der IG BCE Themen für die Tarifverhandlung auswählen.

Mitgestalten können bei betrieblichen Regelungen

Einfluss nehmen auf Unternehmensentscheidungen kann man nur, wenn man bereit ist sich zu engagieren. Betriebsratsarbeit ist immer auch Schutz des Einzelnen vor der Willkür von Führungskräften oder des Arbeitgebers.

Dir zeig ich mal, was ich alles kann!

Spannend und vielfältig

Betriebsratsarbeit ist unglaublich vielfältig und immer wieder spannend und motivierend, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Mit Stimmrecht Entscheidungen beeinflussen

Ich bin Vertretung der Schwerbehindertenvertretung und habe beschlossen mich als Betriebsrat zu stellen. Meine Gründe liegen vornehmlich darin, auch mitbestimmen zu dürfen. Als Vertretung habe ich oft mitgesprochen und meine Meinung erklärt, warum ich dies oder jenes anders entscheiden würde.

Einmal war es sogar soweit, dass ich eine komplette Entscheidung gekippt habe nur durch meine Argumente, aber ich hatte kein Stimmrecht ich habe nur meine Meinung kund getan. Nun möchte ich aber nicht nur diejenige sein, die manchmal mit dem Kopf gegen eine Wand läuft, sondern auch mit meiner Stimme eine direkte Entscheidung treffen kann.

Dir zeig ich mal, was ich alles kann!

Es ist schwierig, wenn man in der Unterzahl ist und als ungelernte Kraft in einer Fabrik arbeitet. Ich denke oft, die Chefs gucken einen an und sagen sich nur „Was willst du denn von mir? Wenn du was Anständiges gelernt hättest müsstest jetzt nicht rumjammern“. Aber genau solche Sätze sind es, die ich dann auf der Stirn vom Chef sehe und denke: „Na warte, dir zeig ich mal, was ich alles kann“. Aus diesem Grunde möchte ich mich stellen und hoffe natürlich auch das es mir noch einige gleichtun werden.

Spaß mit unterschiedlichen Menschen

Ich kandidiere wieder, weil es mir sehr viel bedeutet und sehr viel Spaß macht, im Team zu arbeiten – gemeinsam mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen etwas für die Beschäftigten zu erreichen.

Einer der schönsten „Jobs“ der Welt

Betriebsrat ist einer der schönsten „Jobs“ der Welt. Wo kann ich sonst weitestgehend selbstbestimmt für ein bisschen mehr Gerechtigkeit und Fairness sorgen?! Und das jeden Tag.

BR-Arbeit bringt Selbstvertrauen

Durch die BR-Tätigkeit gewinnt man an Selbstvertrauen, man wird rhetorisch stärker, lernt sich durchzusetzen und man hilft anderen Kollegen. Die Tätigkeit ist nicht immer einfach, es kann auch nervenaufreibend sein. Aber das Ergebnis und der Dank des Mitarbeiters, dem man geholfen hat, gibt einem immer wieder neuen Mut.

Die diversen (geistigen) Herausforderungen halten einfach jung.

BR-Arbeit bringt Selbstvertrauen

Durch die BR-Tätigkeit gewinnt man an Selbstvertrauen, man wird rhetorisch stärker, lernt sich durchzusetzen und man hilft anderen Kollegen. Die Tätigkeit ist nicht immer einfach, es kann auch nervenaufreibend sein. Aber das Ergebnis und der Dank des Mitarbeiters, dem man geholfen hat, gibt einem immer wieder neuen Mut.

Soziale Kontakte und Gedankenaustausch

Mein Hauptargument ist, dass es mir einfach Spaß macht. Ich finde es toll, mich für meine Kollegen einsetzen zu können/dürfen. Die sozialen Kontakte und der Gedankenaustausch, sowohl zwischen den einzelnen Betriebsräten, als auch mit den diversen Kollegen sind im allgemeinen sehr interessant. Auch wenn der Adrenalinspiegel manchmal in ungeahnte Höhen schnellt; man lernt trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren und alles aus diversen Blickwinkeln zu überdenken. Dann fallen einem schon die richtigen Argumente ein.

Geistige Herausforderungen halten jung

Die diversen (geistigen) Herausforderungen halten einfach jung. Es ist zwar peinlich, wenn da mal wieder jemand mit Mitte 40 steht und mir vorjammert, wie alt er sich fühlt und dass ihm langsam alles zu viel wird. Aber meiner Ansicht nach fängt das Altern dann an, wenn man nicht mehr bereit ist etwas dazu zu lernen (ich selbst bin 66 und fühle mich topfit).

Was der Einzelne nicht kann…

ich kandidiere erneut als Betriebsrat, weil die Herausforderung, für die Mitarbeiter sowohl solidarisch als auch individuell Vereinbarungen treffen zu können – die der Einzelne vermutlich nicht oder nicht in dem Umfang erreichen könnte – einfach Spaß macht.

Manchmal reicht ein offenes Ohr

Ich bin BR-Mitglied und möchte es weiterhin sein, weil

-         der Arbeitgeber sich nicht bemüht, alle Rechte der Mitarbeiter offen zu legen: besonders was den Verdienst angeht;

-         der Arbeitgeber unseren Mitarbeitern Steine in den Weg legt, wenn sie ihre Rechte durchsetzen wollen, z. B. vor Gericht werden Fakten bestritten,

-         ich gerne für die Kollegen da bin, egal welche Fragen oder Sorgen sie haben; ich kann vielleicht nicht immer sofort helfen, aber ich bemühe mich, Wissen zu erlangen, um allen gerecht zu werden

-         ich gut zuhören kann: manchmal reicht ein offenes Ohr.

Wir sorgen für Verständigung!

Warum lohnt sich die (Wieder)Wahl als Betriebsrat? Weil wir den Zusammenhalt und das Verständnis unter den Kollegen/innen und dem Arbeitgeber erhöhen und für eine noch bessere Verständigung sorgen.

Für andere kämpft es sich einfacher.

Vertrauen genießen

Es lohnt sich, mit Herzblut und Engagement die Interessen aller Arbeitnehmer zu vertreten, offen, fair und ehrlich. Ich mache das seit 30 Jahren und genieße das Vertrauen von ganz vielen Mitarbeitern.

Für andere kämpft es sich einfacher

Aus meiner Sicht ist ein starkes Argument, sich wieder als BR-Mitglied aufstellen zu lassen, sich bei der Umsetzung der vielfältigen BR-Themen der eigenen Stärken bewusst zu werden und sich daher auch entsprechend für andere stark machen zu können. Für andere kämpft es sich doch wesentlich einfacher als für sich selber.

Politik im Unternehmen machen

2014 kandidierte ich für den Betriebsrat. Grund meiner damaligen Motivation: Die Kollegen haben gestreikt für einen besseren Lohn.  Ich wollte mich für meine KollegInnen einsetzen und versuchen Sie zu unterstützen. Seit 2018 bin ich nun freigestellter Betriebsratsvorsitzender. Toller Erfolg: Im Januar 2021 erzielten wir mit dem Arbeitgeber eine Einigung im Lohnsystem. Manchmal dauert es einige Zeit von der Motivation bis zum Erfolg. Der Weg war das Ziel.

Ich werde wieder kandidieren. Warum? Die anderen 10 Betriebsräte und ich können im Kleinen etwas bewegen. Wir machen Politik in unserem Unternehmen. Dies bereitet mir große Freude.

Das Wesentliche sind die Kollegen

Ich glaube, dass man auch hier, in dieser besonderen Position als BR, zum wesentlichen zurückfinden muss: und das sind die Kolleginnen und Kollegen, die wir vertreten. Alles andere erscheint mir als zweitrangig. Mit den Menschen sprechen, zu ihnen gehen und, auch während der Pandemiezeiten die Vertretung ihrer Rechte niemals aus dem Auge verlieren: das ist mein persönlicher Mindestanspruch an mich selbst. Und vor allem, die oft existenziellen Sorgen ernst nehmen.

Medizinmänner, die die Wunden heilen

Wenn es "Häuptlinge und Indianer" gibt, braucht es auch "Medizinmänner", die die Wunden heilen, um sich um verletzte und schwächere kümmert. Motivation, Verantwortung übernehmen, um die Welt etwas gerechter zu machen. Dass einfach Gesetze eingehalten und überwacht werden.

Und: Über 30 Jahre Betriebsrat ist schon eine Erfahrung für die Mitarbeiter, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Das BR-Amt bietet die Gelegenheit, sich zum Experten auf seinem Spezialgebiet zu entwickeln.

Freiheit für Entscheidungen

Eine größere Freiheit zu entscheiden, wofür ich meine Energie einsetze und wofür nicht, hatte ich noch in keiner anderen Position. Auch nicht als Führungskraft. Das Vertrauen der Belegschaft zu genießen ist eine große Anerkennung.

Experte werden auf einem Spezialgebiet

Das Betriebsratsamt bietet die Gelegenheit, sich zum Experten auf seinem Spezialgebiet zu entwickeln (z.B. Arbeitssicherheit, BEM, Personalplanung, Mediation, Gesundheitsmanagement).

Wo sind die Alternativen?

Wenn es wir nicht machen, macht´s kein anderer!

BRV: Sprungbrett für Führungskräfte

Insbesondere das Amt als Vorsitzende ist eine sehr gute Vorbereitung auf eine Position auf der höheren Führungsebene. Denn wer es schafft, sein Gremium wohlwollend aufrichtig und bestimmt zu führen ohne, dass es einen Führungsauftrag gibt – denn als BRV ist man eigentlich eine unter gleichen – der hat gelernt, andere von sich zu überzeugen, ohne dabei von disziplinarischen Mitteln Gebrauch zu machen.

BR als wichtige und niedrigschwellige Anlaufstelle

Der Betriebsrat einfach eine ganz wichtige und niedrigschwellige Anlaufstelle für Mitarbeiter, um Rat zu suchen oder um ohne bewertet zu werden, Sorgen und Probleme zu äußern. Das Argument ist also, man ist einfach wichtig als Betriebsratsmitglied. Und: Der intrinsische Antrieb nach sinnstiftender Arbeit wird befriedigt.

Wer in der Pandemie Betriebsratsarbeit ordentlich geleistet hat, der schafft das erst recht auch danach.

Kontra geben können

Was mich motiviert Betriebsrat zu sein/werden: Der Geschäftsleitung auch mal Kontra geben können. Es ist schön etwas Positives für seine Kollegen zu erreichen

Das Möglichste für die Belegschaft herausholen

Mich motiviert ganz besonders: Wenn eine Gesamtbetriebsvereinbarung erfolgreich abgeschlossen werden konnte und man guten Gewissens sagen kann, dass man das Möglichste für die Belegschaft herausgeholt hat. Die Einhaltung der Gesetze und unseres Haustarifvertrages insbesondere in Bezug auf Home-Office/mobiles Arbeiten waren im vergangenen Jahr eine besondere Herausforderung. Die finale Ausarbeitung unsere Gesamtbetriebsvereinbarung „mobiles Arbeiten/Home-Office steht noch aus, hier würde ich unbedingt gerne weiter mitarbeiten.

Weltverbesserung Tag für Tag

Meine Motivation:

-         zufriedene, dankbare Kolleg:innen sind lohnender als jedes Gehalt

-         wo kann man näher „am Getriebe“ der Demokratie arbeiten?

-         wer einen großen Betriebsrat „im Zaum halten“ kann, hat vor keiner anderen Aufgabe mehr Angst! 😉 (okay, das ist mehr ein Argument für Vorsitzende)

-         in welchem anderen Job kann man jeden Tag an der Weltverbesserung arbeiten?

-         wer in der Pandemie Betriebsratsarbeit ordentlich geleistet hat, der schafft das erst recht auch danach – möge das „danach“ bald kommen!

Kontakt zur Redaktion

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Wenden Sie sich gerne direkt an unsere Redaktion. Wir freuen uns über konstruktives Feedback!

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