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Abmahnung für „Scheißwochenende“

Wer seinem Chef ein „beschissenes Wochenende" bzw. ein „Scheißwochenende“ wünscht, kann hierfür zu Recht abgemahnt werden.

Das ist passiert: Ein Betriebsratsvorsitzender hatte in einer angespannten Situation im Zusammenhang mit angeordneten Überstunden einem Meister ein „beschissenes Wochenende" und einem anderen Meister ein „Scheißwochenende“ gewünscht. Hierfür wurde er vom Arbeitgeber abgemahnt. Um diese Abmahnungen aus seiner Personalakte entfernen zu lassen, zog der Betriebsratsvorsitzende vor Gericht. Das entschied das Gericht: Beim Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz blieb der Betriebsratsvorsitzende erfolglos. Er konnte die Entfernung der Abmahnungen nicht verlangen, da sie ihm zu Recht erteilt wurden. Das Gericht sah in dem abgemahnten Verhalten eine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung. Arbeitnehmer sind zur Rücksichtnahme verpflichtet, was auch ein Mindestmaß an Respekt gegenüber Arbeitskollegen und Vorgesetzten beinhaltet. Die Äußerungen des Betriebsratsvorsitzenden gegenüber den Vorgesetzten waren unangemessen sowie respektlos und mussten deshalb nicht akzeptiert werden.

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 23. August 2011, 3 Sa 150/11