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Bei Anruf Morddrohung … und Kündigung

Eine ernsthafte und nachhaltige Morddrohung eines Mitarbeiters gegenüber seinem Vorgesetzten kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

Das ist passiert: Ein Vorgesetzter, dessen Telefonnummer nur wenigen Personen bekannt war, erhielt einen Anruf, in dem ein Mann ihn mit den Worten "Ich stech‘ Dich ab" bedrohte. Aufgrund der markanten Stimme erkannte er einen seiner Mitarbeiter. Der Mitarbeiter erhielt daraufhin die Kündigung, gegen die er sich arbeitsgerichtlich zur Wehr setzte. Die strafrechtlichen Ermittlungen ergaben, dass der Vorgesetzte aus einer Telefonzelle angerufen wurde. Die Telefonzelle ist ca. 3,5 km entfernt vom Wohnsitz des Mitarbeiters. Dieser beteuerte, sich zum Zeitpunkt des Telefonanrufs vor seinem Wohnhaus befunden zu haben, was seine geschiedene Ehefrau sowie ein Nachbar bestätigen könnten. Das entschied das Gericht: Die Kündigung war gerechtfertigt, so das Urteil. Nach durchgeführter Beweisaufnahme, in der sowohl der Vorgesetzte als auch dessen Nachbar und dessen geschiedene Ehefrau als Zeugen vernommen wurden, stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Arbeitnehmer den streitigen Anruf getätigt hat. Hierbei handelt es sich um einen erheblichen Verstoß des Mitarbeiters gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Aufgrund der ernsthaften und nachhaltigen Bedrohung des Vorgesetzten ist dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalles nicht weiter zumutbar. Aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung war auch eine vorherige Abmahnung entbehrlich.


Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 15. August 2016, 7 Ca 415/15