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Studie der BAuA zur Erfassung von Mobbing

Eine vor wenigen Tagen erschienene Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat versucht, verschiedene Verfahren zur Erfassung von Mobbing zu bewerten.

In dieser Studie der BAuA wurde versucht, verschiedene Verfahren zur Erfassung von Mobbing zu bewerten: das LEYMANN Inventory of Psychic Terrorization (LIPT) und die Selbstbezeichnung als Mobbing-Opfer. Die Befragung wurde bei zwei Landesbehörden an annähernd 5000 Mitarbeitern durchgeführt. Dabei ergibt sich, dass eine Beschreibung und Erfassung von Mobbinghandlungen durch das LIPT klarere Erfassung darstellt als durch die Selbstdeklaration. Die Ergebnisse der Studie sind durch relativ geringe Antwortquoten vorsichtig zu interpretieren, sind aber dennoch interessant:

Mobbing ist eine Erscheinung in Abteilungen.
Die Studie konnte nachweisen, dass es sich bei Mobbing tatsächlich um ein Gruppenphänomen handelt. Das bedeutet für die Praxis, dass sich ein näherer Blick auf die Abteilung oder das Team an sich lohnen kann und hinter Mobbing eben auch z.B. Konflikte um Ressourcen verstecken können.

Mobbing-Betroffene berichten ungünstiges emotionales Befinden.
Nervosität und Gereiztheit treten nicht nur bei Betroffenen auf, diese Gefühle lassen sich auch als Vorbedingung für Mobbing belegen. Das bedeutet, dass auch persönliche Merkmale auf Seiten der Betroffenen für das Verständnis von Mobbing wichtig sind.

Mobbing tritt bei partizipativem Führungsstil der Vorgesetzten selten auf.
Partizipativer Führungsstil wird in dieser Studie als Zugänglichkeit von Vorgesetzten im Rahmen der Tätigkeitsbeschreibung erfasst. Das umfasst das Mitspracherecht bei Entscheidungen, die Mitarbeiter selbst betreffen und die allgemeine Gesprächsbereitschaft der Vorgesetzten. Wenn kein partizipativer Führungsstil gepflegt wird, so scheint sich damit die Chance für Mobbing zu erhöhen. Dieser Umstand und die oben beschriebene Bindung von Mobbing an Abteilungen unterstreichen die besondere Rolle, die Führung für Mobbing inne hat.

Mobbing steht im ungünstigen Zusammenhang mit allgemeiner und psychischer Gesundheit sowie der Arbeitsmotivation.
Die erwarteten negativen Auswirkungen von Mobbing ließen sich für die Gesundheit der Betroffenen wie auch für eine sinkende Arbeitsmotivation belegen.

Ein wichtiges Nebenergebnis der Studie stellt die unerwartet hohe Rate von Depressivität in der Stichprobe dar. Depressionen stellen neben Herz-Kreislauf-Erkrankung, Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates und Krebserkrankungen eines der großen gesundheitlichen Risiken dar (WHO, 2005). Für Depression gibt es bisher aber noch keine klaren Erkenntnisse über konkrete Ursachen. Der Studie nach steht Depression in einem bedeutsamen Zusammenhang mit Mobbing.

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