Ausbildung zum betrieblichen Suchtberater

Auch wenn keiner gerne darüber spricht – Arbeitsüberlastung, Zeitdruck und Stress treiben immer mehr Kollegen in die Anhängigkeit. Hier sind Sie als Betriebsrat oft die letzte Hoffnung. Ob Alkohol, Drogen, Medikamente oder Internet und Glücksspiel: Diese Ausbildung macht Sie zu einem kompetenten Fachexperten und gefragten Ansprechpartner. In 6 mehrtätigen Modulen sammeln Sie vielseitiges Wissen über Suchterkrankungen, Präventionsmöglichkeiten und betriebliche Hilfsmaßnahmen. Dabei sind Beratungskompetenz, Gesprächstraining und die Reflexion der eigenen Rolle ein wichtiger Schwerpunkt. Und: Weil Praxis groß geschrieben wird, gehört auch ein Praktikum in einer Suchtklinik dazu. Also, schauen Sie nicht länger weg. Gehen Sie offen auf Betroffene zu und holen Sie das Thema Sucht aus der Tabu-Zone!
 
Seminarinhalt

Nutzen

Sie lernen die fachlichen Grundlagen und juristischen Aspekte von Suchterkrankungen kennen.
Sie sind in der Lage, auf Betroffene zuzugehen und ein ergebnisorientiertes Beratungsgespräch zu führen.
Sie wissen, wie Sie Kontakte im Suchthilfesystem knüpfen und Hilfe für erkrankte oder gefährdete Kollegen organisieren können.
Sie lernen therapeutische Konzepte und ihre praktische Anwendung in einer Suchtklinik kennen.
Sie sichern sich eine wichtige berufliche und persönliche Zusatzqualifikation.

Inhalt

Modul A: Fachliche Grundlagen und juristische Aspekte von Sucht (4,5 Tage)

Grundlagen Abhängigkeitserkrankungen

Zahlen und Fakten
Definitionen und Diagnose
Entwicklung in die Abhängigkeit
Konsummuster / Trinkstile
Rückfall / Ausrutscher
Ursachen der Suchterkrankung
Folgen einer Suchterkrankung

Das betriebliche Umfeld

Co-Abhängigkeit im Unternehmen
Betriebliche Einflussfaktoren auf die Suchtentstehung
Folgen für den Betrieb
Merkmale eines Abhängigen

Das Suchthilfesystem in Deutschland

Die vier Module der Suchthilfe
Einrichtungsformen und Therapiekonzepte
Indikation der Betroffenen

Rechtliche Konsequenzen

Suchtprobleme aus juristischer Sicht
Entgeltfortzahlung bei Alkoholisierung
Kündigungsfragen im Zusammenhang mit Suchterkrankungen
Haftung bei Personen- und Sachschäden

Modul B: Medizinische Grundlagen, therapeutische und betriebliche Konzepte (4 Tage)

Wirkungsweise und Eigenschaften

Bestandteile von verschiedenen Suchtmitteln
Entstehung von Abhängigkeiten
Auswirkungen des Missbrauchs auf Betrieb und Arbeitsklima
Gesetzliche und medizinische Aspekte

Nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten

Von Arbeitssucht bis Essstörungen
Zwanghaftes Spielen und Glücksspiel
Computer, Internet und Co.

Therapeutische Konzepte

Behandlungsformen, -inhalte und -ziele
Nachbetreuung

Standards der betrieblichen Suchtprävention

Fresh-up und Vertiefung der Grundlagen
(Sucht)-vorbeugende Ansätze im Betrieb (Prävention)
Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb
Eigene Präsentation zum Thema Sucht im Betrieb vorbereiten

Modul C: Die Praxis des betrieblichen Suchtberaters (4 Tage)

Betriebliche Suchtberatung

Organisatorischer Rahmen und Einbindung
Rolle des Suchtberaters
Betriebsvereinbarung „Sucht“
Interventionen bei Auffälligkeiten (Stufenplan)
Die Zusammenarbeit im Suchthilfesystem
Qualitätssicherung in der Suchtprävention

Das Suchthilfesystem: Zielgruppen und Aufgabenbereiche

Abhängige und soziales Umfeld
Bezugspersonen im Unternehmen
Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, betrieblichen Sozialberatungen, regionalen Arbeitsgemeinschaften, Fachkrankenhäusern oder Selbsthilfegruppen

Versicherungs- und sozialrechtliche Vorschriften

Voraussetzungen für eine Entgiftung/Entwöhnungsbehandlung
Vorgehensweise bei Antragstellung
Was sind Sozialbericht, Arztbericht, Übergangsgeld?

Regionales Praktikum (5 Tage)

Sie wählen eine für Ihr Unternehmen regional zuständige Suchtklinik. Das Praktikum muss vor dem letzten Ausbildungsblock absolviert werden.

Modul D: Kommunikation und Gesprächsführung (4 Tage)

Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung

Anteil von Gefühlen im Gesprächsverlauf
Verstehen der eigenen Motivation für die betriebliche Suchtberatertätigkeit

Grundlagen der Kommunikation für Suchtberater

Die vier Ebenen der Kommunikation (Schulz v. Thun)
4 Axiome der Kommunikation (Watzlawik)
Verbale und nonverbale Kommunikation
Analoge und digitale Botschaften
Ich- und Du-Botschaften
Förderliches Menschenbild und Grundhaltungen im Umgang mit Suchtkranken
Stadien der Veränderung (Prochaska, Di Clemente)

Beratungs- und Gesprächsführungskonzepte

Klientenzentrierte Gesprächsführung (Rogers)
Motivierende Gesprächsführung (Miller, Rollnik)
Motivierende Kurzintervention

Gesprächsführungstechniken

Mit dem Widerstand arbeiten
Offene Fragen stellen
Reflektierendes Zuhören
Eigenmotivation fördern
Vor- und Nachteile des Substanzkonsums erarbeiten
Veränderungsziele vereinbaren

Gesprächsführung in Rollenspielen

In Rollenspielen werden typische Beratungssituationen in der Suchtberatung trainiert. Das gibt Ihnen die nötige Sicherheit für den betrieblichen Alltag.

Modul E: Abschlusskolloquium und Zertifizierung (3 Tage)

Zusammenfassung der rechtlichen Aspekte von Suchtmitteln im Betrieb
Diskussion und Beantwortung offener Fragen
Prüfung und Zertifizierung

Klarer Kompetenznachweis:

Mit dem Abschlusszertifikat können Sie Ihre Kompetenz

und Ihr Fachwissen als betrieblicher Suchtberater schwarz

auf weiß belegen.

Anmeldungen und Reservierungen

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Seminarpreis

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